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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0105

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Knochen.

Die zahlreichen, auch noch in der obersten römischen Schicht gefundenen.
Haustierknochen sind nach glaubwürdigen Älussagen zumeist Abfälle aus dem
Betrieb des Erzbischöflichen Kinderheims. (2Iug. Mus. P2/De, P8/De—e2,
P8/r).

Anhangsweise sei hier noch kurz über öie Funde berichtet, die in öer
Llmgebung des Mithreums und während öer Ausgrabungstage sonst in
Riegel gemacht wuröen.

25 m nördlich vom Mithreum verläuft eine ungemörtelte Fundament-
mauer ungefähr in der Richtung von Westen nach Osten. Von Süden stoßen
Quermauern an, die jedoch sämtlich nach kurzer Entfernung von öer Haupt-
mauer abbrechen. Die letztere wurde auf annähernd 10 m Länge beobachtet.
Zu beiden Seiten der Mauer fanden sich römische Scherben, nörölich der
Mauer ein Brunnengewicht (?) aus Granit, südlich vereinzelte Eisengeräte.

Bordwestlich vom Mithreum, im hinteren Teil des Daumgartens des
Erzb. Kinderheimes, wurden Hallstattscherben gefunden, die sich z. T. zu Ge-
fäßen zusammensetzen ließen. Daneben fanden sich auch an d-ieser Fundstelle
rvmische Scherben.

Die Pläne, Skizzen und Lichtbilder der einzelnen Fundstellen und Fuüde
befinden sich beim Denkmalpfleger für Oberbaden, die Funöe gelangten als
Leihgabe des Erzd. Diözesanmufeums in die Städt. Sammlungen Freiburg.

Beim Begehen der Römerstraße in den Tagen öer Grabung sah der Be-
richterstatter auf dem Grundstück der Frau Spuler westlich vom Friedhof in
den frischgeöffneten Baum'löchern der Obstanlage römische Scherben bis zu
einer Entfernung von 30 m nördlich der Straße. Proben davon wurden auf-
gehoben und in die Städt. Samm'lungen Freiburg gebracht. (2lug. Mus.
P9/Da-d).

2Ius dieser gesamten Fundmasse verdienen folgende Scherben Er-
wähnung:

1. T e r r a s i g i l l a t a. 2 Bilderschüsseln Drg. 37, a) 2lrt des Germanus
von La Grausesenque, im Bildstreifen erkennbar das springende Reh, öer Eber,
der liegende Hirsch, der Baum und Grasbüschel; darunter Zierstreifen aus
dem Doppelblatt der Raute (2lug. Mus. P7/Dk). b) vom Töpfer der sprin-
genden Tiere aus Blickweiler, im Bildstreifen erkennbar der Löwe, der Daum,
der Eber, die liegende Hündln und der Jäger; ein Stempel war vorhanden, ist
aber unleserlich (2lug. Mus. P7/Di). Reste von Tellern Drg. 31 mit
Töpferstempeln, a) Xknrinus (2lug. Mus. P7/Dc), b) ^)ercnrc>srs (2lug. Mus.
P7/Dd1). Decher Drg. 30 mit Fäger des Pudens oder Biracil, vgl. Knorr,
Töpfer des 1. Jahrhunderts, Taf. 16 u. 68.

2. Tonlämpchen mit halbrunder Schnauze und Stempel k^OK. Dgl.
OIÜ XIII 10 001,129 (Aug. Mus. P4/a).

3. 2Imph o renh e nke l mit Stempel as I^^1VI2 erhaben. Bgl. OII^ XIII
10 002,333 (2lug. Mus. P7/Da). b) O/^O vertieft (2lug. Mus. P7/Db).

4. Grauer Scherben mit vor dem Branö eingeritzten Buchstaben VIX
(Aug. Mus. P4/D1).

5. Verzierte Scherben, u) mit Kerbschnitt, b) mit Stichverzierung,
e) mit Grießbewurf, cl) rätische Ware und verwandtes, e) glattwandig, ge-
schmaucht (Aug. Mus. P7/Dv1—8).

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