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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0152

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etwas breiter, vorn etwas schmäler als in der Mitte. Die Enden sind einfach
abgehackt, und zwnr in schieser Richtung. 2lus gerade Schnittsläche und saubere
Abstutzung ist kein Wert gelegt. Oder vielleicht ist die Schräge auch beab-
sichtigt. Sowohl nach vorn wie nach hinten heben sich die Enden um etwa
16 em über den tiefsten Lagepunkt der Kiellinie. Das Aeuhere des Kahnes
zeigt keinerlei Bearbeitung. Man hat sich damit begnügt, die Rinde vom
Stamme abzulösen.

Die Bearbeitung im Jnneren ist derart, daß die Dordwände senkrecht
aufsteigen, während sie auhen die natürliche Rundung beibehalten. Die Boöen-
fläche ist leicht ausgehöhlt. Während die Bordwände eine durchschnittliche
Dicke von 5—6 em aufweisen, ist der Boden in der Kiellinie hinten 25, vorn
20 cm dick. 2n der Mitte des Kahnes lieh sich eine Dicke von 19 cm ermitteln.
Gegen die Enden zu steigt der Kahnboden leicht an. Abgeschlossen war öer
Kahn beiderseits durch Schotten, die in Aute eingelassen waren. Die vordere
But verläuft gerade, d. h. sie ist von der linken vorderen Spitze 20 cm ent-
fernt, von der rechten vorderen Spitze dagegen 30 cm. Bei einer lichten Dreite
von 7 cm zeigt sie heute noch eine Tiefe von 41/2 cm. Gegen die Bordwände
zu wird sie slacher und breiter, bis zu 11 cm. Die hintere 2kut ist schief ge-
führt, sie hat von den Enden einen Abstand von 29 bzw. 37 cm. Jn der Mitte
ist sie 5 cm breit und 5 cm tief.

2m 2nneren des Kahnes lassen sich noch einige interessante Einzelheiten
feststellen. Zunächst bemerkt man an öer äuhersten rechten Ecke des Bugs ein
schies nach auhen abwärts führenöes Bohrloch von 2 cm Durchmesser. Es ist
so knapp angebracht, dah die vordere Wandfläche offen steht. Die Bohrung
ist fast spiegelnd glatt. Ein zweites, gleichartiges, horizontal durch die rechte
Bordwand führendes Bohrloch liegt unmittelbar hinter der voröeren Aut in
35 cm Entfernung vom erstgenannten Bohrloch. Ein drittes ist in 53 cm
Entfernung vom zweiten zu beobachten. Welchem Zweck diefe Löcher gedient
haben mögen, ist nicht zu ersehen. Aus der glatten Wandung des ersten Loches
darf geschlossen werden, dah ein dünnes Seil hindurchlief. Allerdings sind öie
Dohrungen für diesen Zweck etwas eng.

Hinter der Bugnut auf öer linken Seite sind zwei viereckige, ausgestemmte
Löcher in öem Kahnboden erkennbar, 22 und 27 cm von der Aut entfernt.
Die lichte Oeffnung zeigt 2 cm im Quadrat bei 41/2 cm Tiefe. Beide Löcher
sind durch entsprechend geformte Zapfen geschlossen. Ein gleiches Loch ist auch
auf der rechten Kahnseite bemerkbar, 16 cm hinter der Aut, 4 cm tief, ebenfalls
durch einen Bolzen geschlossen. Schief darüber in 22 cm Entfernung hinter der
Aut liegt ein rundes Loch von 2V2 cm Durchmesser ohne Stöpsel. Dagegen
sind wiederum in 1 m und 1,20 m Entsernung hinter der Bugnut, etwa 21 cm
rechts der Kahnmitte, zwei mit Dübeln verschlossene viereckige Löcher zu ver-
zeichnen.

Am hinteren Ende ist lediglich ein rundes Loch in der linken Bordwand
festzustellen, das aber durch einen Astknorren entstanden zu sein scheint.

Das Gewicht des Kahnes betrug unmittelbar nach öer Dergung 36 Zent-
ner. Bei der Austrocknung dürfte es um einige Zentner zurückgegangen sein.
Zedoch wird der Llnterschied bei dem hohen spezifischen Gewicht des Eichen-
holzes nicht sehr groh sein. Man dars immerhin als ursprüngliches Gewicht
des Einbaumes bei Hinzurechnung der abgebrochenen Bordwände 35 Zentner
ansehen.

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