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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0173

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rechten Seite lag. auf die Brust geneigt. Die Beigaben, die man dem Toten
mitgegeben, bestehen aus einer schön gesormten, mit Schaftloh versehenen
Streit-axt, einem ebenfalls aus Stein sorgfältig zugeschliffenen kleinen Beil und
einem Tongefäh. War dieses letztere zwar im Lauf der Zeit in Trümmer ge-
gangen und besteht hier die Möglichkeit, dah in dem strömenden Regen, in
dem die Bergung des Fundes vorgenommen werden muhte, nicht alle Scherben
geborgen wurden, so sind doch genügend Stücke namentlich vom Rand und vom
Boden erhalten, die den Aufbau des Gefähprofiles und die Feststellung seiner
Mahe sicherstellen. Ersreulich auch, dah die Randstücke die Derzierung des
Gefähes, die aus Schnurlinien und einer Tupfenreihe bestehen, deutlich zu
erkennen geben.

Aus der Mannheimer Gegend liegen von 1933 folgende Melöungen vor:

Zlvesheim (2l. Mannheim). Am Atzelberg lieferte die schnurkeramische
Wohnstelle Kleinsteingeräte und Abfallsplitter, Spitze eines Knochenpfriems,
2 kreisrunde zugeschlisfene flache Sandsteinscheiben, fazettiertes Steinbeil; in
einer Abfallgrube: Scherben eines Topfes mit Wolfszahnornament in Schnur-
verzierung, durchbohrter geschliffener Knochen zur Verzierung der Töpfe be-
nützt, Teil einer durchbohrten Gürtelschnalle aus Knochen, Tierknochen.

(Gembe r.)

Feudenheim (A. Mannheim). An äer kathol. Kirche eine durch jüngere
Friedhofbestattungen geftörte Wohnstelle der Bandkeramiker mit Steinbeil,
das aus einem Bruchstück eines Schuhleistenkeils zugeschliffen war, Knochen--
meihel, Steinwerkzeugen, Scherben der bandkeramischen und Rössener Stufe.

(G em b er.)

Seckenheim (A. Schwetzingen). Zm Gewann Walöspitze: Schwarze
Scherben, die noch nicht näher bestimmbar sind, und der voröere Teil eines
Steinbeilchens mit scharfkantigen Schmalseiten.

Ladenburg (A. Mannheim). An der Gemeindekiesgrube ein Hockergrab
ohne Beigaben. (Gember.)

Dronze- und Hallstattzeit.

Von besonderem Jnteresse sind öie Grabfunde von Singen a. H.. da sie
der reinen Bronzezeit angehören. Diese Periode ist zumeist aus Hügelgräbern
bekannt; aber auch diese sind in Baden bisher äuherst selten (z. B. Aöggen-
schwiel, A. Waldshut, diese Zeitschrift 3, S. 42; Abbildung des Dolches neben-
stehend, Abb. 60). Don allgemeiner Bedeutung sinö an öen neuen Gräbern
die tiefe Lage, die gewaltigen, gleichartig errichteten und ausgerichteten Stein-
bauten und die menhirartigen Säulen aus den Gräbern.

Herr Funk berichtet Folgendes:

„Singen a. H.: Gräber der mittleren Dronzezeit an der
Remishofstrahe: Beim Legen der Wasserleitung nach zwei Deubauten
nördlich der Remishofstrahe stieh man aus drei umfangreiche Grabbauten aus
Phonolithsteinen. Kurz nach dem Maurer Graf'schen Anwesen macht die Re-
mishofstrahe eine leichte Krümmung und nach ihr führt ein Feldweg norö-
wärts ab gegen die Flur „Aeckholderbühl". An der rechten Seite dieses We-
ges stehen die Deubauten. Schon bei der Ausschachtung des zweiten Hauses
stieh man auf Phonolithplatten, unter denen das Bronzeschwert lag, das erst
nachträglich beigebracht wurde (Abb. 59; Abb. 61a, b).

50 m von der Remishosstrahe entsernt lag Grab 1. Bis aus 80 cm Tiese
war brauner mit groben Kieseln durchsetzter Lehm; dann kam eine 1,3 m hohe,

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