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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0185

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nicht aussetzt, sondern weiterläust und noch ein Stück hinter den südlichen
Grabenkopf reicht. Ein Torgebäude wurde nicht sestgestellt.

2. 4 (oder 5) Brunnen von derselben 2lrt wie in den Vorjahren, wie-
der mit zahlreichen Funden.

3. 20 Abfallgruben unregelmähiger Form, flach.

4. öKellergruben, verschiedener Form, 1—2 m tief in den gewach-
senen Doden eingeschnitten.

5. 1 Ofen wohl Dackofen. älm einen zentralen Block, der mit gebrann-
tem Lehm bedeckt war, lief ein ringförmiger Graben von 50 cm Tiefe und
60 cm Breite, mit je einem Zugang im Westen und Osten, gefüllt mit schwar-
zer lockerer Erde, die auf dem Boden reichlich Holzkohle aufwies. Wände
und zentraler Block waren rot gebrannt.

Bon den Oberbauten dec La-Tene-Häüser war nichts festzustellen.

Funöe. Außer zahlreichen Gefähscherben, Tierknochen, Holzkohle, Bruch-
stücke von Glasarmreifen, Fibeln sind mehrere Münzen, einige fast ganze
Gefähe und eine fast ganze südgallische Amphore zu nennen.

Einige von der Kiesgrube bedrohte Gtellen der Siedlung, die nicht mehr
ausgegraben werden konnten, wurden im Oktober von Dr. Max Weber und
Praktikant R. Halter untersucht. Die Funde befinöen sich im Augustiner-
museum Freiburg i. Br.

Aach (A. Engen). Bon Wichtigkeit ist ferner die Feststellung eines
Friedhofs der älteren Latenezeit und Bergung einiger Gräber durch O.
Dreher-Engen (vgl. Bad. Fundber. 1933 S. 44). Der Arbeiter Wieden-
horn war beim Kiesgraben hinter seinem neugebauten Hause Lgb. Ar. 1929
im Sommer 1932 auf menschliche Skelette gestohen; insgesamt wurden 6 Grä-
ber zerstört. Nls im 2uni 1933 wieder ein Grab angeschnitten wurde, er-
fuhr es O. Dreher, Engen, und erhielt vom Oberpfleger den Auftrag, es zu
bergen; er hat dies bei 3 Gräbern mit aller Sorgfalt und Llmsicht getan. Alle

3 Skelette lagen auf dem Rücken, ausgestreckt, 2 mit dem Kopf im S, eines
im A. Zahlreiche Beigaben aus Bronze, Eisen, Ton; in der Hüftgegend von
Skelett 6 ein kleiner Goldring (Latene I).

Buchheim (A. Meßkirch) Scheuerfels, s. o., auch Latene-Scherben.

Bittelbrunn (A. Engen) Hohle Fels, s. o., auch Latene-Scherben.

Singen a. H. 1. 10 rn südlich der südöstlichen Hausecke des Aeubaues
Amann, 1 m östlich des Gartengrenzsteins, westlich der Remishofer-
strahe, östlich des Denzel'schen Gartens ein Skelett, in AS-Lage, 70 cm tief
im Sand in gestörter Lagerung: Kopf auf dem Scheitel liegend, Oberkiefer
fshlt, ebenso linker Oberschenkel: am rechten Oberschenkel ein linker Llnter-
kieferast eines anderen Skeletts. Schädelindex 80, Alter etwa 40—50 Jahre.
Jm Aushub Reste eines durchbohrten Kohleschmucks. Gehört wohl zum
dortigen Latenegräberfeld.

2. 11 m östlich von Fundstelle 31 an der Widerholdstraße—Singen (s.
Bad. Fundber. II, S. 212) unter dem nördlichen Dürgersteig kam beim Setzen
eines Telegraphenmastes in etwa 1 m Tiefe eine grohe Steinsetzung aus Pho-
nolithen zutage, die bei der Besichtigung von den Arbeitern bereits zerstört
war. Äm Aushub reichlich kleine kalzinierte Knochenstückchen. Aachträglich
wurde von der Stelle noch eine mit Brandrost überzogene Lanzenspitze ge-
bracht mit rautenförmigem Tüllenquerschnitt 28 cin lang (Tülle 12 cm), dach-
förmigem scharfem Mittelgrat aus der Tülle öurch das Dlatt durchgehend,

4 cm breit. Dielleicht Latene-Brandgrab.

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