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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0195

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elsah ansässig wird, ist auf unseren Geschichtskarten alleröings stets nur für
das Gebiet links des Rheins eingetragen, während sich die 2lngaben über das
Land rechts des Stroms ausschweigen. 2lber wie öen germanischen Wan-
gionen in Rheinhessen die Germanengräber Starkenburgs entsprechen, und
wie östlich der Äemeter der heutigen Pfalz die Suebi Nicretes im unteren
Äeckarland sitzen, so dürfen wir eine germanische Besiedlung auch des Raumes
von Karlsruhe bis zum Kaiserstuhl nicht als unwahrscheinlich ansehen. Wenn
wir sie dort jetzt erst finöen, so braucht auch dies nicht zu befremden; ist doch
unsere Kenntnis von Gräbern der Triboker aus dem älnterelsah und selbst öem
tiefdurchpflügten Weichbild von Strahburg noch äußerst gering."

Alamannische Zeit.

Die Ausgrabungen der alamannischen Friedhöfe Herten und Mengen
ist soweit gefördert, dah in beiden nahezu 250 Bestattungen aufgedeckt sind;
in Herten dürfte damit beinahe dor ganze Friedhof geborgen sein, in Mengen
nur ein kleiner Teil; demgemäh läht sich in Herten bereits der Gesamtplan
einigermahen übersehen.

Herten (A. Lörrach). „Die in den letzten Jahresberichten erwähnten
Aufdeckungen wurden Ende Dezember 1932 wieder aufgenommen und öauer-
ten zunächst bis Mitte Ianuar. Kleinere Grabungen wurden im Monat März
ausgeführt. Vom April bis 2uli wurde der spätrömische Brückenkopf von
Whhlen untersucht. Jm August wurden dann die Arbeiten im Gräberfeld
wieder fortgesetzt. Sie dauerten ohne älnterbrechung bis zum 2. 2an. 1934.
Diese rastlose Tätigkeit im Berichtsjahr hat unsere Kenntnis über den 2lla-
mannenfriedhof in Herten entscheidend gefördert. Danach besteht dieser aus
einem Hauptgräberfeld unö, von diesem deutlich getrennt, aus je einer klei-
neren Gräbergruppe im Westen und Aordosten, von denen jede 2 bis 3 Dut-
zend Bestattungen aufweist. Genau genommen darf wohl von 3 Äebengräber-
feldern gesprochen werden; denn Dr. Karl Stehlin, Dasel, legt die Skizze
eines Plattengrabes ohne Deigaben vor, das er im Aaum der beim Kraft-
werkbau angelegten Kiesgrube nordwestlich vom Drückenkops aufgenommen
hat. Sämtliche Teile des Friedhofs wurden durch Reihen paralleler Such-
gräben auf 10—2O in in ihre Llmgebung hinaus einwandfrei abgegrenzt unö
vollkommen aufgedeckt bis auf kleine Ackerstreifen, die erst im Sommer 1934
untersucht werden können. Jm ganzen wurden im Laufe öes IZahres 1933
130 Gräber aufgedeckt. Die Gesamtzahl vom Deginn der Grabungen im
Jahre 1930 an beträgt 249. Diese gründliche Arbeit langer Monate war nur
möglich durch das einsichtsvolle Entgegenkommen auch öer neuen Derwaltung
der Stadtgemeinde Rheinfelden, die in gleicher Weise wie in den frühersn
Jahren Wohlfahrtserwerbslose zur Ableistung ihrer Pflichtarbeit zur Der-
fügung stellte. Ebenso wies uns die Gemeinde Wyhlen nach Abschluß der
Grabung am Drückenkopf die dort beschäftigten Arbeiter zu. Die von beiöen
Gemeinden im Jahre 1933 gewährte älnterstützung findet ihren deutlichsten
Ausdruck in den geleisteten Tagewerken. Für Rheinfelden sind 432 und für
Whhlen 173 Tagewerke zu verzeichnen. Dazu sind dann noch zu rechnen für
Rheinfelden bei der älntersuchung des Brückenkopfes 61 und für Whhlen
141 Tagewerke. Es dars noch erwähnt weröen, daß die beschäftigten Grwerbs-
losen der für sie neuen, aber manche Anregungen bringenden Arbeit im
ganzen viel Derständnis entgegenbrachten. Mit aufrichtigem Dank sei auch
hingewiesen auf die Förderung, die urrs wieder von der St. Josefsanstalt in

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