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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0203

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Burkheim a. K. (2l. Freiburg). Landwirt Jul. Zwigart fanö auf sei-
nem Grundstück („2luf dem Krcidenberg", Lgb. 1618) das Skelett eines Er-
wachsenen.

Meihenheim (2l. Lahr). Beim Kellergraben im Haus Oberriedstr. 1
soll vor 22—25 Jahren ein Skelett mit Schwert gefunden worjden sein.

Dreisach-Hochstetten (2l. Freiburg). Dei öer 2Iusgrabung der
Spät-Latene-Siedlung durch Dr. K. Äah wurden überraschender- und er-
freulicherweise auch frühmittelalterliche Anlagen entdeckt und geborgen, näml.:

1. Karvlingische Gruben. Mindestens 11, im Nordwesten des Grabungs-
gebietes. 6 zeigen denselben Grundrih: ein Rechteck von 3,52—4 m Länge und
2 m Breite mit je einem Pfostenloch in der Mitte der Schmalseite; sie sind
entweder 2kord-Süd oder West-Ost orientiert. 2luch die anderen 2lNlagen
zeigen ähnliche Grundform. Jn 2 Fällen fanden sich Holzkohlen. Die ganze
2lnlage macht einen Planmähigen, vielleicht sogar militärischen Eindruck. Die
Scherben wurden von Prof. Gropengieher datiert.

2. Skelettgräber, geostet, 2kückenlage, in Gruppen von 2—5 Gräbern, öie
in Reihen geordnek sind; keine Deigaben; die einzelnen Gruppen sind weit
voneinander entfernt; nur ein Erwachsener, sonst Kinder, ein bezw. zweimal
sogar 2keugeborene.

Ferner seien die 2lusgrabungen auf der Reichenau erwähnt, wo u. a.
im Chor des Münsters ein (leeres) Grab aufgedeckt wurde. Hauptlehrer 2l.
Beck, Konstanz, berichtet über weitere Funde auf der 2keichenau bei 2lnlage
von Kanalisationsgräben, nämlich über Gräber und vor allem 2keste eines
Wohngebäudes.

Ebenso sei auf die Ausgrabung in der Chriakuskirche in Sulzbuvg
(2l. Staufen) hingewiesen, und Deobachtungen, die Hauptlehrer Eiermann
bei Kanalisationsarbeiten über das mittelalterliche Mehkirch machte.

Singen a. H. 2m P o st h a l te rs w ä l d le wurden beim 2kigolen der
dort zu Gartengelände bestimmten Flur ein Dolch, ein saxartiges Messer und
ein kleineres Messer gefunden. Dolch: 34 em lang, Griffdorn 11 em schlieht
mit einer rechteckigen Eisenplatte ab 3,3/2,2 cm; an der Dolchspitze noch ein
8 cm langes Stück öer Eisenscheide, von ovalem bis rundem Querschnitt, in
einen flachovalen Knopf endigend. Saxartiges Messer: 36 cm lang (9 cm
Griffdorn), 3 cm breiter 2kücken, an der Griffhälfte stumpf; auf einer Seite
flach, auf der andern leicht gewölbt in eine beiderseits scharfe, dolchförmige
Spitze auslaufend. Messer: 15 cm lang (davon 5 cm Griffdorn), 2,3 cm breit,
Spitzc nach oben geschweift (sieht den Messern in alam. Gräbern gleich).

Dohlingen (2l. Konstanz). Deim Einbau öer Zentralheizung in der
Kirche in Dohlingen stieh man im Südostflügel unter 5er Sakristei in 1,2 bis
1,6 m Tiefe auf eine Llnzahl (etwa 9) OW gerichteter Gräber in drei 2keihen.
ohne Deigaben; Skelette, namentlich die Schädel gut erhalten. (Zwei
Schädel wurden nachträglich vom Lehrer gebracht.) — Dor der rech-
ten Chorseite lag ein gemauertes Grab mit Deckelplatte, 2keste vom Holz-
sarg mit Eisennägeln. 2ln der rechten Seite des Skeletts zeigten sich erhebliche
Seidenreste, die beim Versuch des Aufsammelns zerfielen und ein Degen
(Gesamtlänge 113,5 cm, Länge der Klinge 100 cm, Breite der Parierstange
27 cm, Länge öes Knaufs 6 : 5 cm), ferner ein Eisenmesser mit einer ovalen
(Stempel?)marke auf der Schneiöe; Griff mit Holz(Dein?)fassung. — 2!ach
2lussage eines bei den Grabarbeiten beschäftigten älteren 2lrbeiters sollen

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