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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0204

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früher auf dem Kirchplatz schon Gräber mit Waffen gefunden worden fein;
der Deschreibung nach könnte es sich bei den Waffen um Sax oöer Spatha
handeln so dah hier auf dem Kirch-(Burg-)hügel vielleicht die Grablege bis
in alamannische -Zeit zurückgeht, Die Gräber waren alle ausgegraben und die
Dauarbeiten abgeschlossen, als ich vom Dürgermeisteramt benachrichtigt wurde.

(Funk.)

Britzingen (2l. Müllheim). Dei demselben 2lnlah wie in Buggingen
wurden unter dem Kirchenboden im Löh Deisetzungen öer Familie der Herren
von Deuernfels (ausgestorben 1540) gefunden. Die Schädel wurden von Dr.
Scheffelt, dem Bezirkspfleger, geborgen.

Riegel (2l. Emmendingen). 2n öer Lehmgrube öer -Ziegelei Sailer (an
der Strahe nach Kenzingen IV2 bm südwestlich von Kenzingen wuröen im
Frühfommer nach 2lussage der 2lrbeiter Mauerwerk gefunden, in der Aähe
Scherben, ein Tongefäh und Knochen.

2lus der Karolingisch-Ottonischen Zeit berichtet Prof. Gropengieher:

2teck arau (2l. Mannheim). „2luf der Gemarkung der Wüstung Herms-
heim bei Neckarau wurde öas altdeutsche Dorf bei einem Hausbau ange-
schnitten und dann auf 2 Grundstücken erforscht. Ergebnis: Zahlreiche Haus-
plätze mit Schmalwänden von 2,25—2,50 rn unö Längswänden von 3—3,50 m
mit scharfen und abgerundeten Ecken; alles in Flechtwerkbau ohne Stein. Jn
öer Mitte der Schmalwände das Pfostenloch, 50 cm tief unter öen feftge-
ftampften Hausboöen reichenö, öer bis zu 80 crn unter der Ackeroberfläche
lag; meift von einer Ecke aus zugänglich waren einzelne Keller- oöer Dor-
ratsgruben unregelmähiger Form und Tiefe. 2n der Einfülleröe der Haus-
plätze und Gruben viel Keramik des 9. und 10. Hhs., gelbtonige Feinware mit
Gittermuster in Rädchentechnik verziert, bemalte Pingsöorfer Ware, stark
gesinterte Ware aus Mayen in öer Eifel, graue und grauschwarze Fein- und
Grobware. Meist Kugeltöpfe mit Stanöplatte, Henkelkannen mit 2Iusguh-
tülle, Gefähe mit Wellenfuh. Einzelfunöe: Webegewichte, Spinnwirtel, Haar-
nadel, Messer, ein spitznackiges Steinbeil, das wohl als Donnerkeil zur Blitz-
abwehr diente, ein kleiner Eifenschlüfsel der Zeit. 2m westlichen Teil des
Grabungsgelänöes kamen unter den karolingischen auch merowingische Scher-
ben heraus. 2n dieser Richtung soll die Grabung im Herbft sortgesetzt
Werden."
 
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