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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0242

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nach Süden abbrachen. Der Zwischenraum beider bekrug 1 m. Jn diestzm
lagen zwei gut zugerichtete glatte Sanösteinplatten, die gehoben wurden und
unter denen sich eine starke Schicht von Asche und Holzkohlen zeigte, öie dem
gewachsenen Doden aussaß. Es handelte sich ofsensichtlich um eine Heröstelle.

Jn der Ecke zwischen Tür und Herd befand sich eine Grube, öie 1,35 m
unter die Oberfläche ging. Davon waren 70 em in den gewachsenen Doöen
eingetieft. Von Süden nach Norden maß sie 1,20 m, von West nach Ost 1 m.
Larin lagen viele Topfscherben von gewöhnlicher Ware, Druchstücke von
Reibschalen, Amphoren und Gefäßen aus Terra sigillata. 2luf und neben
diesen Stücken lag ein großer Kalksteinblock 85 : 35: 35 cm. Jn den anöern
Schnitten und abgedeckte Flächen wurden so gut wie keine Funde gemacht.

älm Cinblick zu erhalten in den Llntergrund im Innern des Gebäudes,
wurde 1S32 vom östlichen Dlock an der Tür nach Norden ein Graben bis auf
den gewachsenen Doden gezogen. Es zeigte sich am Fuß der Mauern eine
35 cm starke Lage von Steinen und einzelnen Ziegeln, die nach der Mitte des
Raumes auskeilte. Scherben wurden nicht gefunden. Zur Feststellung von
Wirtschaftsgebäuden wurden 7 m von der NW.-Ecke nach Dorden gegen den
Wolfsgraben 1932 ein 30 m langer Suchgraben gezogen^. Es zeigte sich zu-
nächst auf dem gewachsenen Doden eine 40 cm starke Schicht von Bauschutt,
der in 10 m Abstand von der Mauer ausging. Jn derselben Absicht wurden
in 10 m Abstand von öer Nordmauer, gleichlaufend zu dieser und gleichlang,
ein Graben angelegt, der unter Humus und Schutt von 20 bis 40 cm Stärke
den gewachsenen Doden ergab. Das gleiche Ergebnis hatten ein Graben von
der Schlucht gegen die Westmauer^, ferner ein 12 m langer Graben gegen
die Ostmauer und im Süden ein Graben, der über den Weg hinaus führte.
Jmmer wieder wurde zunächst eine Schicht Dautrümmer geschnitten, die aus-
keilte. Mauerzüge von anderen Gebäuden fanden sich nicht.

2. Grundriß und Baugeschichte.

Aus dem Grundriß (2lbb. 92) unö den Profilen (2lbb. 95) ergibt
sich, daß das Gebäude aus einem rechteckigen, einmal unterteilten Hnnen-
raum bestand, dem an drei Seiten ein Ämgang vorgelegt war, der an der
Ost- und Westseite geschlossen, an der Südseite in der Breite des Haupt-
raumes aber offen und wahrscheinlich mit einer Pseilerstellung versehen war.
2n diesem Abschnitt der süölichen Außenmauer fanden sich nämlich zwei
Sandsteinblöcke, die wohl als Llnterlagen für die Pfeiler des älmganges
dienten. Die genaue Zahl dieser Dlöcke unö öamit öie öer Pfeiler
konnte nicht ermittelt werden, da sorstwirtschaftliche Deöenken die Deseiti-
gung der hier stehenden Däume nicht gestatteten. Die Höhe 5er älmgangs-
mauern wurde für die Südseite aus dem vorhandenen Schutt auf annähernd
2 m berechnet. An der Ost- und Westseite dürfte der älmgang ö-ie gleiche Höhe
gehabt haben. Zur Derechnung der Mauerhöhe des Innenraumes war an kei-
ner Stelle genügend ungestörter Schutt anzutreffen. Vermutlich ragte die
Mauer, wie bei anderen Dauten der gleichen Zeit, über öie Dächer des älm-
gangs hinaus, so daß die Möglichkeit bestanö, schmale Lichtschlitze anzubringen
(vgl. Abb. 93).

Die Dächer waren nach römischer Art mit Ziegeln gedeckt, von denen s:ch an
einzelnen Stellen in den untersten Schuttschichten ganze Aester fanöen. Das

^ Die Markierung öieser Gräben auf Abb. 92 ist versehentlich unter-
blieben.

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