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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0252

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ter Teil aber liegt in der schriftlosen „vorgeschichtlichen" Zeit. Me „Aeuen
Richtlinien des Reichsinnenministeriums für den Geschichtsunterricht" vom
9. Mai 1933 nennen daher an erster Stelle die Vorgeschichte. Run ist aber die
Vorgeschichte nicht nur dem Jnhalt nach weiten Kreisen unbekannt, sie birgt
auch didaktisch methodische Schwierigkeiten in sich, fehlen doch Äamen von
Helden oder Schlachten, dafür treten die Altsachen in den Vordergrund. 2lus
dieser Lage ist das vorliegenöe Werk durch Zusammenarbeit erfahrener Schul-
männer mit Fachwissenschaftlern entstanden und will ein Ratgeber sein für
alle Fragen, die der dem Stoff und der Methoöe noch fremd gegenüber-
stehende Lehrer zu stellen hat. Der Inhalt gliedert sich in folgende Kapitel:
Einführung in die Aufgaben und Wege der Vorgeschichtsforschung. — Aicht-
linien und Vorschläge für die Lehrpläne (gegliedert nach Volksschule, Mittel-
fchule, Höhere Schule). — Winke zur Deranschaulichung (mit öer Klasse ins
Museum; der monatliche Wandertag: Werkunterricht schafft ein Schul- und
Heimatmuseum). — Lehrer und Schüler im Dienste der Dorgeschichtswissen-
schaft. — Llnterrichtsbeispiele a) Museumskunöe; b) Kulturgeschichtliches, z. D.
„vom Faustkeil bis zur Streitaxt", „vom Jäger und Fischer zum ersten Vauern
unserer Heimat" usw.). — Schließlich die gesetzlichen Bestimmungen über öen
Schutz vorgeschichtlicher Denkmäler und Schriftenauswahl. Druck unö Dilder
sind ausgezeichnet; überall ist auch Deziehung zu den Äachbarwissenschaften,
besonders zur Volkskunde genommen.

Das Werk löst seine Aufgabe ganz ausgezeichnet unö wer allein öie De-
deutung der Schule für das Deibringen vorgeschichtlicher Fundstellen kennt,
kann nur beöauern, öaß für Süd- und Westdeutschland nichts öerartiges vor-
handen ist. Das liegt nicht öaran, öaß nicht genügend Lehrer vorhanden
wären, die aus ihren Erfahrungen beitragen könnten, — unter den Deziehern
unö Mitarbeitern diefer Zeitschrift sind genügend aus allen Schulgattungen —-
wohl aber ist öie Wissenschaftliche Erforschung öer Vorgeschichte in Ostdeutsch-
land und die technische Organisation der Gelände- und Museumsarbeit auf
einer unendlich höheren Stufe als im Westen unö Süden. Solange wir aber
nicht selbst eine ähnliche Deröffentlichung hervorbringen können, empfehle ich
unseren Lesern das ostdeutsche Werk aufs wärmste; wenn auch manche Fund-
gruppen ganz anöers sind, läßt sich doch vieles unmittelbar übernehmen,
anderes wieder gibt methodische Anregungen. Darüber hinaus wäre im Jn-
teresse des Fachs zu wünschen, dah unsere Mitarbeiter unter den Lehrern in
ihren Kreisen und Organisationen für die Dorgeschichte eintreten und in ihrcr
Fachzeitschrift über ihre Erfahrungen, etwa in Anlehnung an das ostdeutsche
Werk und unter Hinweis darauf, berichten. G. Kraft, Freiburg i. Dr.

An unsere Leser.

Vach dem Ableben von Herrn Geheimrat Deecke bin ich vom Ministerium
mit der stellvertretenöen Weiterführung der Schriftleitung beauftragt wor-
den. Zunächst werden Ausstattung, Erscheinen und Preis unverändert bleiben.
Außerdem wird 1935 als Sondergabe für die Dezieher ein Register öer baöi-
schen ur- und frühgeschichtlichen Literatur seit 19O8 erscheinen, das Geheimrat
Deecke gerade vor seinem Tode fertiggestellt hatte.

Wir öanken allen Lesern für ihre bisher bewiesene Treue. Die Erforschung
der Llr- und Frühgeschichte von Dolk und Heimat ist vor neue große Ziele und
Aufgaben gestellt. Mitarbeiter sind not, jede Meldung und Anregung ist will-
kommen. Ditte, werben Sie für unsere Sache in Jhrem Dekanntenkreis; der
Dezugspreis ist ja verglichen mit dem Jnhalt so niedrig! Ebenso bitten wir,
rückständige Deiträge einzuzahlen; Zahlkarte mit Vermerk liegt bei.

Schliehlich machen wir darauf aufmerksam, öaß die inhaltsreichen Berichte
der Römisch-Germanischen Kommission öes Archäologischen Jnstituts von un-
seren Lesern zum halben Duchhandelspreis (RM. 4.—) bezogen werden
können. G. Kraft, Freiburg i. Dr.
 
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