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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0260

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halten, zusammen mit der ersten untersucht wurden. Jnfolge der vorgerückten
Jahreszeit und des Semesters wurde eine Ausgrabung erst auf Frühjahr ins
Auge gefaht, aber schon Ende Aovember meldete Jngenieur Ph. Jung, dah
eine neue Fundstelle (31/5 — 72) angeschnitten sei, die sich^ ebensalls als
Drunnen herausstellte; gleichzeitig mit ihrer Antersuchung stellte N. Stroh
durch Probelöcher fest, öah die Sieölung nach Westen bis an den Hochwasser-
damm, d. h. bis an das Hochgestade reichte.

Noch bevor die planmähige Antersuchung im Frühjahr 1932 beginnen
konnte, muhte stud. phil. R. Aierhaus Ende März 1932 eine bzw. zwei Gru--
ben, die z. T. schon abgestürzt waren, bergen (32/8 — 73). Dom 15.—30. 4.
hat er sodann mit 6—9 Arbeitern und unter Mithilfe von cand. Mühlbach,
stud. Wellmer unö Praktikant R. Halter eine FLäche von 440 gin abgedeckt.
Die Hauptausgabe bestand dabei in der Klärung öer Boden- und Lagerungs-
verhältnisse. Äach äleberwindung erheblicher Schwierigkeiten gelang es zu
erkennen, öah die Latene-Sieölung stellenweise einen braunen Lehm über-
lagert, der ältere Scherben -enthält; unter den Fundstellen sind der eine Spitz--
graben (III) und eine auf einem zugefüllten Brunnen gelegene Hüttenstelle
(67) zu nennen. Eine unerwartete Zugabe stellte ein trocken gemauerter römi-
scher Drunnen dar, um dessen Dergung cand. A. H. Mühlbach sich bemühte.
Auch wurden am Aand 5er Kiesgrube eine Anzahl Pfostenlöcher eingemessen.
Die restliche Bergung einzelner Fundstellen zog sich bis Mitte Mai hin, wobei
Dr. Max Weber, Dreisach, mitwirkte. Dor Beginn öer Herbstgrabung muhte
Mitte September ein Drunnen untersucht werden (32/32 — 58); die Grabung
selbst dauer'te vom 26. 9. bis 17. 10.; dem örtlichen Leiter R. Aierhaus waren
stud. Rest unö Praktikant Halter beigegeben. 2m Wesentlichen kamen Teile der
Gräben zur Llntersuchung. Gleichzeitig muhten auf öer Höhe des Dreisacher
Münsterberges Kanalisationsgräben beobachtet unö eingemessen Weröen. Ge-
gen Enöe zog sich R. Aierhaus eine Fuhverletzung zu, Grabung in Hochstetten
und Profilbeobachtung in Dreisach wurden von G. Kraft unter Mithilse von
stud. Rest zu Ende geführt. 2m Aovember wuröen einige k'leinere Fundstellen
am Rand der Kiesgrube geborgen, darunter ein Drunnen und eine Trichter-
grube (32/51—58 — 56, 60, 59, 62).

Diese dauernde Deörohung von wichtigen Siedlungsteilen durch die Kies-
grube war nicht nur eine unleidliche Belastung der Denkmalpflege, schlimmer
war, öah trotz aller Mahnahmen nicht alles bekannt wuröe und dah, was
schon zur Meldung kam, gröhtenteils zerstört war. Deshalb sollte im Früh-
sommer 1933 der Rest öer Sieölungsfläche mit Hilfe des freiwilligen Arbeits-
dienstes im Ganzen abgedeckt werden, nachdem öieser bereits im Spätjahr
1932 und im März 1933 mit Erfolg bei der Ausgrabung öer Siedlung auf
dem Durgberg bei Durkheim eingesetzt worden war. Das öortige Lager von
25 Mann wuröe öaher Ende März 1933 nach Dreisach verlegt und in einem
leerstehenden Fabrikgebäude untergebracht. Die Leitung des Lagers und der
Ausgrabung sollte auf Grund der Burkheimer Erfahrungen in einer Hanö,
bei Dr. K. Aah, Marburg, vereinigt werden. Für die technischen Arbeiten.
bes. das Profilzeichnen, stanöen Zeichner und Studenten der Llrgeschichte zur
Derfügung, und zwar als Zeichner nacheinanöer A. Siekierski, O. Hedderich
und K. Muttscheller, ferner zeitweise öie Stuöierenden der älrgeschichte R.
Eckes, W. Rest und 2. Dergmann. Die Grabung sollte ursprünglich nur bis
Mitte 2uni dauern, wurde dann aber bis 15. August verlängert. 2nsgesamt
wuröen 2541 Tagewerke geleistet; die zusätzlichen Kosten trug teils öie Äot-
gemeinschaft der Deutschen Wisfenschaft, teils das Land Daden und die Stadt
Freiburg.

Diese Ausgrabung hatte von Anfang an mit vielen unö grohen Schwierig-
keiten zu kämpfen. Schon die Erdarbeiten waren nicht so einfach wie im Löh
und Löhlehm, öer Aushub muhte auf Derlangen des Kiesgrubenbesitzers
einige hundert Meter abtransportiert werden^b, vor allem aber errsichten
Delegstand und Kontinuität der Delegung nie die Höhe wie beim Burkheitner
Lager. Erst nach Monaten, nach organisatorischen Nenderungen in der Leitung
des Arbeitsdienstes, in deren Derlauf auch Lagerleitung (neuer Lagerleiter
Spengemann) und Gräbungsleitung getrennt wuröen, besserten sich die Der-

Anstatt wie beabsichtigt, zur Herstellung von Ackerland auf der Sohle
der Kiesgrube verwendet zu werden.

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