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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0262

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derungen schlechterdings nicht zu erfülleu. Vvr allem war die Einheitlichkeit
der Leitung nicht zu erreichen, die gerade bei der Derschiedenartigksit der Bo-
denverhältnisse am Platz gewesen wäre. Jch selbst war nicht abkömmlich, da-
gegen war es ursprünglich geplant gewesen, die gesamte Ausgrabung samt der
Pearbeitung der Funde und der Veröffentlichung in eine Hand zu legen, doch
scheiterte dies an unvorhergesehenen persönlichen Momenten. Jmmerhin habe
ich mit Ausnahme der Grabungen von Dr. 2lah und W. Dehn, die sozusagen
kommissarische Grabungsleiter waren, so gut wie täglich öen Gang der Gra-
bung verfolgtn. Auch Praktikant R. Halter war sast von 2lnsaug an immer
wieder tn Hochstetten tätig; seine Erfahrung unö sein Geschick ist vor allem
bei der Zeichnung der Profile der letzten Grabung, bei dev Reinzeichnuug für
die Veröffentlichung und der 2lufarbeitung dcr Funde von unersetzbarcm
Wert gewesen. 2luch unsere bewährten Gündlinger Arbeitew bcs. H. Glockner
und A. Mnz, waren über öen Wechsel der Jahre und Grabuugsleiter hinwcg
ein wesentliches Band des Zusammcnhalts.

So ist es trotz aller Schwierigkeitcn durch aufopfernde Hingabe aller Be-
teiligten gelungen, wenigstens einen Ausschnitt von rd. 60—70 m aus öer
Siedlungsfläche zu klären. Desondere Aufgäben schäffen besondere Mittcl:
so bin ich für Mitarbeit bei älntersuchung der geologischcn Dcrhältnissc Gc-
heimrwt W. Dcecke, den Landesgcologen Spitz und Hasemann und vor allem
Prof. R. Lais verbunden, der die Schnecken untersuchte: ihre Bedeutung für die
Geschichte öes Bodens und der Brunnen wird aus der Darstelluug hervor-
gchcn. Jn dieser engsten Zusammenarbeit mit öer Alluvialgeologie lag ein
besonderer Reiz des älnternehmcns, sind sogar neuc Wege eröffnet wvröen.

Einen steten verständnisvollen Rückhalt hatte die Ausgrabung am Aus-
schuß für Är- und Frühgeschichte in Baden bzw. am Ministerium für Kultus
und älnterricht, im bes. an den Herren Gehcimrat W. Dcecke unö Ministerial-
rat Asal, ebenso an der Stadtverwaltung Freiburg und an der Direktion der
Städt. Sammlungcn, die die mühevolle Berarbeitung öer Fünde übernahm.
Weitere finanzielle älnterstützungen gewährte öie Aotgemeinschäft der Deut-
schen Wissenschaft, das Archäologische Jnstitut Frankfurt a. M. und die
Wissenschäftliche Gesellschaft bei der Ilniversität Freiburg i. Br. Jhrer aller
sei auch an dieser Stelle dankend gedacht.

Wenn hier ein vorläufiger Grabungsbericht vorgelegt wird, so geschieht
es mit Aücksicht darauf, dah die Zeit für eine monographische Bearbeituug
dcr Fundstätte wohl erst dann gekommcn sein wird, wcnn weitere Grabungcn
im Süden und vor allem im Aorden dcr diesmaligen Grabungsfläche möglich
sein wcrden. Für eine solche endgültige älntersuchung sind Ziele und Metho-
den geschaffen und es besteht die Hoffnung, öah in dcm nörd'lich aüschließenden
Gelände die Bodenverhältnisse günstiger und Grundrisse zu erwarten sind,
und eirr umfangreicherer Teil der Siedlung noch erhalten ist. Ferner wird die
Präparation der Funde unü ihre Aufarbeitung neue Gesichtspunktc bringen;
dies wird aber noch viele Monate in Anspruch nehmcn, und es erschien uns
lohnend, schon jetzt die wesentlichen tatsächlichcn Beobachtungen den Fach-
genossen zur Kenntnis zu bringen.

Dodenverhältmsse.

Die Bodenverhältnisse im Gebiet der Ausgrabung sind recht mannigfal-
tigi^. Jm Aormalprofil folgt über den gcwachsenen hellen Schottern dec Aie-
derterrasse der mit Kies durchsetzte Ackerboden. Da der älntergrund durchlässig
ist, geht der Pflug im allgemcinen nicht tiefer als 20 cm^«.

Sclten reicht aber der Kies bis an öie Ackererde hcran, z. D. am großen
Damm südlich der Fundstelle 26 unö an dcr nördlichen Grabungsgrenze bei-
derseits von Graben I, vielmehr wechselt die Oberkante des diluvialen Bodens

" Wo öie Aktenberichte eines Grabungsleitcrs satzweise wörtlich zitiert
find, ist dies kenntlich gemacht. Darüber hinaus war es nicht zu vermcidcn, dah
einzelne Wendungcn und Dezcichnungen sich hier wie dort vorfinden.

Karte bei den Akten.

" Das ist ein Grund öafür, dah sich an öer Oberfläche so gut wie keine
Latene-Scherben finden.

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