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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0265

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2lusde!hnung sind nicht scharf, wie das schon die Verschmutzung der obersten
Kiesschichten anzeigt. Auch die gelblichen, braunen und schwärzlichen Färbun-
gen gehen ineinander über. Von Gruben im gelben Schlick gehen rmch unten
und nach der Seite Derfärbungen aus, öie es schwer machen, die Grenzen
scharf festzulegen. Der Kies ist wasseröurchlässig, der Schlick an sich nicht, aber
er bekommt beim Austrocknen grohe Risse, auherdem wirö er von Regen-
würmern und Wurzeln durchsetzt. So konnten nach jeöem Regen die schmutzi--
gen Stofse mit dem versickernöen Wasser tief in öen gewachsenen Doöen ein-
dringen. Am deutlichsten ist das bei dem gelben Schlick zu sehen, wo auch unter
den Döden der nicht durch den Schlick hindurchgegrabenen 2lbfallgruben stets
eine verschmutzte Zone mit thpischen Sickerstreifen folgte. Den sichersten An-
haltspunkt für die älnterscheidung von Grubenraum unö gewachsenem Doden
gibt immer die Fundführung.

Manchmal erstreckt sich öie Derfärbung unterhalb der Kültutschicht auf um-
schriebene Stellen, die zunächst wie künstliche Anlagen (Pfostenlöcher oöer
ähnl.) aussehen, aber beim Schnitt oder schon beim genaueren Abputzen sich
als Derfärbungen des gewachsenen Dodens herausstellten

Wo es sich zum älnterschied von solchen blohen Derfärbungen um bauliche
Anlagen handelte, liehen sich die Amrisse öort am besten erkennen, wo Kies
ohne -Zwischenlagerung einer Kulturschicht bis unter öie Ackeroberfläche reicht.
wie an der Rordgrenze öer Grabung bei Graben I; derselbe Graben liegt mit
seiner Südhälfte in braunem Lehm, in dem sich llmrisse nur sehr viel un-
deutlicher abheben, so dah man ihn im Rordteil in 15—20 cm Tiefe, im Süd-
teil erst in 80 cm Tiefe planzeichnen konnte. Trotzöem gelang es meist, auch im
braunen Lehm, ja sogar in schwarzbraunem Doöen älmrisse an öer anöeren
-Zusammensetzung der Einfüllung (Kies- und Fundführung, andere Festigkeit)
festzustellen, ja Aaß konnte selbst das kleine, spitze Palisadengräbchen III« an
der Nordwand der Grabung festhalten, das doch nur 50—55 cm unter die
heutige Oberfläche reicht und im brunen Lehm verläuft (Abb. 121).

-Jn der Kulturschicht aber waren Llmrisse noch nicht zu erkennen. Fävbung
und -Zusammensetzung waren im allgemeinen gleich oder doch so ähnlich, dah
keine Grenzen sichtbar waren. Aur durch öie auffallenöe Massierung der
Scherben und der Knochen hoben sich öie ungefähren Plätze öer Gruben be-
reits in der Kulturschicht ab. serner öurch stärkere Kiesbeimengung dort, wo
die Kulturschicht als solche ziemlich kiesfrei war (d. h. über dem braunen
Lehm). Aber das gilt naturgemäh nur für die größeren Gruben. Wegen dieser
Derhältnisse konnten nur die Anlagen erkannt weröen, die weit genug in den
gewachsenen Doden eingetieft waren (Brunnen, Gräben, tiefere Gruben). Alle
Anlagen, die nicht tiefer gingen als die Kulturschicht, muhten jeder auch noch
so sorgfältigen Deobachtung entgehen, so etwa Gräbchen für Schwellbauten
und slachere Pfostenlöcher (Rah).

Es versteht sich schließlich von selbst, öaß die Oberfläche öer Latenezeit, auf
die sich die Külturschicht legte, und die sie umformte, Llnebenheiten aufwies,
deren Mulden vorzugsweise von der Kulturschicht ausgefüllt wurden. Wirtz
nun heute bei der Ausgrabung eine waagrechte Ebene an öer obersteu Grenze
des gewachsenen Dodens gelegt, so erscheinen diese natürlichen Mulöen im
Schnitt als Gruben, die aber durch ihren völlig unregelmäßigen älmrih und
geringe Tiefe als unbeabsichtigte Einlagerungen erwiesen werden. Aehnliches

^ 32/3/. 32/46/1. 32/4//I. 32/48. 34/1. 33/8. 33/13. 33/14. 33/18. 33/19
33/3/. 33/38 33/40. 33/41. 33/42. 33/44—46. 33/59. 33/62. 33/63a u. a.

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