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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0266

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gilt für die Oberfläche der Kulturfchicht selbst in den verschiedenen Stadien
ihres Wachstums. Diese Einlagerungen sind nicht in den Plan aufgenommen^.

I . Die Siedlung der Spät-Latenezeit.

Die Gruben.

2lls Gruben sind hier alle künstlichen Eintiefungen von rundlichem oöer
eckigem Llmriß zusammengefaßt, soweit sie nicht einem bestimmten Iwecke
(Ofen, Brunnen) dienen. Da ihre Funktion unisicher, in andern Fällen mehr--
facher Art ist, steht die Form und die Arbeit, die zur Errichtung erfordevlich
Waren, im Dordergrund der Deschreibung. Danach sinö unterschieden unsorg-
fälkige, flache Gruben von den anöern, unter denen wieder kleine und die
eigentlichen tiefen Gruben getrennt werden.

D>ie „flachen Gruben" sind nur ganz wenig in den gewachsenen Boden ein--
geschnitten, trotzdem aber von bloßen Derfärbungen und Einlagerungen der
Kulturschicht in natürliche Mulden wohl zu unterscheiöen, wenn auch die
Grenze nicht immer scharf zu ziehen ist. Erkannt wurden sie schon in der Kul-
turschicht an einer Anhäufung von Scherben unö Tierknochen, während ein
Llmriß noch nicht zu sehen war. Die eigentliche Grube lag in solchen Fällen
also innerhalb der Kulturschicht. Dies gilt vor allem vom Nordwestviertel der
Grabungsfläche (Grabung Nah), wo der gelbe Schlick besonders verdreckt, die
Kulturschicht also mächtig war. 2m gewachsenen Boöen bilöete die Gruben-
sohle meist nur noch eine flache Mulde, deren Profil zumeist durch Sicker-
streifen zackig und unklar geworden war. Die Einsüllung war nur im Kern
dunkel, während die Randzone nach der Seite und nach unten sich in Farbs
und Stoff dem gewachsenen Boden anglich; ebenso nahmen die Funde gegen
den Rand hin ab. Hierher gehören 30, 33, 44, 65, 66, 71, 77, 78, 79, 81, ferner
sind zu nennen 7, 8. 10. 14. 15, 16, 22. 23, 44. 71. 79, 81.

Manchmal lassen solche Gruben mehr Sorgfalt in der Ausführung erken-
nen, so haben 41, 42 und 44 bei rundem älmriß steile Wände und flachen Do-
den. Selbst im Schlick ist die Sohle scharf abgesetzt unö öie Füllung durchweg
gleichmäßig, während allerdings die Funde randlich ausdünnen (9, 11, 24.
25, auch 1; im Kies: 12 mit zackigem Profil öer Sohle). Solche Anlagen bil-
öen einen älebergang zu der folgenden Gruppe der „kleinen Gruben". Die
Grenzen sind aber völlig fließend.

51nter sich zeigen die flachen Gruben öie gröhten ^lnterschiede. Form,
Durchmesser und Tiefe haben keine Regel. Oefters ist öer Llmriß rund und
das Profil muldenförmig (33, 65; auch 19, 20, 25, 81, ferner 12 — Boöen
eben —). Oder ist der Llmriß mehr oval (9, 24; 79 — Mulde —; 41 und 42
— mit steileren Wänden und ebenem Doden) und nä'hert sich einem Aechteck
mit abgerundeten Ecken (66 — Mulde —; 1, 18), oder ist schließlich völlig
formlos (77 — Mulde —> 2, 21, 26, 78). Manchmal liegen Komplere von
Mulden nebeneinander (10, 22—25). Grube 1 (Abb. 104), die im Llmriß ein-
heitlich aussieht, besteht aus zwei verschieden tiefen Teilen: „der tiesere reichte
fast bis auf den gewachsenen Kies und zeigte eine scharfe Kontur öes Bodrns,
der flachere Teil war deutlich durch eine schrägabfallende Wandung von dem
tieferen abgesetzt, hatte aber einen unregelmäßigen Boden". Nehnlich steht es
bei 18. Der Durchmesser geht bis zu 3 m, die Tiefe bis zu 1 m. Gleich war
war dagegen immer wieöer die Füllung, die stets aus öerselben dunklen,

2s Hierzu gehören 33/2b. 33/3. 33/5. 33/6. 33/70. 33/71. 33/76. 33/80.
33/81. 33/85. 33/93. 33/94.

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