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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0310

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an: 15 Pvtinstücke entfallen auf den Sequanerthpus (Abü. 125 a, b)
rnit Kopf nach links auf öer Dorderfeite und stilisierter Tierdar--
stellung auf der Rückseite, dessen Dorbilder maffaliotischen Prägungen
mit Apollokopf unö anspringendem Stier, dessen Hinterbeine mit der
Bodenlinie aus den Aachahmungen verschmolzen, entnommen sind; öann
4 Potinstücke vom Leukertypus (Abb. 125 ck, e), öer auf öer Dorder-
seite einen Kopf mit Stirnband nach links, rückseitig einen Tber nach links
über einer Dodenlinie zeigt. Das Gewicht öer Sequanermünzen liegt in einem
Falle aus 9,14 §, sonst zwischen 5,25 § und 2,69 §, im Durchschnitt auf 4,53 §,
auffallend wenig, da die Gewichte gewöhnlich zwischen 5,5 § und 5 g liegen.
Diese geringen Gewichte erklären sich teils aus der schlechten Erhaltung der
meisten Stücke, teils aus untergewichtigen Justierungen. Die Leukermünzen
wiegen 3,54 § bis 2,03 §> durchschnittlich 3,02 §.

s b c U e

Abb. 125. Breisach-Hochstetten. Keltische NIün;en.

Das Auftreten dieser Münzen läßt keinen Schluß auf öie Stammeszuge-
hörigkeit der Nnsieöler von Hochstetten zu, zumal öie Sequaner- und Leuker-
thpen außer in Daöen auch noch in Württemberg und darüber hinaus selbst
noch am Hradischt von Straövnice in Döhmen nachgewiesen wurden. Auch in
der keltischen Siedlung bei der alten Gassabrik in Dasel, zu der auch ein Friedhof
gehört, fanden sich 3 Münzen vom Sequanertypus unö ein Stück vom Leuker-
typus, im Dergleiche mit Hochstetten eine geringe Zahl. Diese Si'edlung wird von
den früheren Dearbeitern, besonöers von K. Schumacher, mit Destimmtheit den
Raurakern gegeben. Das aus öen übrigen archäologischen Funden der keltischen
Siedlung von Hochstetten gewonnene Kulturbild stimmt nach G. Kraft mit dem
der Siedlung bei der alten Gasfabrik überein. Auch die Zusammensetzung der
Münzfunde beider Fundplätze gleicht einander. Das Dorkommen der Sequaner-
und Leukermünzen außerhalb Galliens ist aus Handelsbeziehungen zu er-
klären. Für öie Annahme von Rachahmungen an einzelnen Stellen könnte auch
das sinkende Gewicht und die fortschreitende Entartung der Münzbilder spre-
chen. Weitere Aufschlüsse werden sich bei der abschließenden Dearbeitung dieser
Münzfunde im Zusammenhang mit den übrigen Münzprägungen der süd-
deutschen Kelten ergeben.

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