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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0321

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Zu öen von Nah bereits beschriebenen karolingischen Gruben sind drei
weitere hinzugekomrnen, nr 7 (33/103), m 11 (33/104 b) un!d m 18 (31/7); die
beiden ersteren waren von Aah angeschnitten, öie lehtere schon durch einen
Suchschnitt der Grabung 1931. Alle haben öie typisch rechteckige Form und
planmähige Orientierung, öie typischen Ausmaße, Ginfüllungen, Funöverhält-
nisse. m 11 (33/104 b) wies keine Pfostenlöcher auf unö gehört öaher wohl
neben Grube m 3 (33/63) und m 5 (33/90). Dei m 7 ist auf eine runde Mulde
im Boden aufmerksam zu machen und aus einen Stein in dem einen Pfosten-
loch, der vielleicht zum Zukeilen diente.

Die Grube m 18 (31/7) war bereits 1931/32 öurch einen Suchschnitt fest-
gestellt worden, wurde aber erst im Sommer 1934 öurch Dr. I. Eckerle und
R. Halter untersucht. Jm Bau entspricht sie völlig dem Typus (die Der-
öoppelung der Pfostenlöcher dürfte mit Erneuerungsarbeiten am Oberbau zu-
sammenhängen), ausgezeichnet ist sie aber öurch ihre isolierte Lage im Südosten.
Die Einfüllung war zuunterst und an den Rändern durchweg dunkelbraun-
erdig, mit etwas Kies durchsetzt und darin einige Druchsteine. Auf dieser nor-
malen Grubeneinfüllung aber lag in öer Mitte breit hingelagert eine kom-
pakte Masse gelben und roten Lehmes, die im Osten bis zu 40 cm Mächtigkeit
hatte; sie erregte zunächst den Verdacht auf eine große Feuerstelle in der
Grube, zumal an und unter ihrem Aordrand ein etwa 20 cm breiter Brand-
streifen mit viel Holzkohle sich hinzog. Dald zeigte es sich aber, daß sich zwi-
schen diesen Drandstreifen und den gelbroten Lehm normale braune Gruben-
füllung einschob und vor allem, dah der rote, sicherlich gebrannte Lehm keine
einheitliche Lage bildete, vielmehr brockenweise wirr in öem gelben Lehm
darin steckte. Es gelang, einige Drocken mit glatter, dunkelbraun bis schwarz
gebrannter Oberfläche bis zu Hanöflächengröße frei zu präparieren, die kreuz
und quer lagen. Dewurfstücke mit Rutenabdrücken fehlten. Danach handelt es
sich hier um die äleberreste des Lehmsockels einer gröheren Feuerstelle, öie
abgerissen und in die bei Derwitterung unserer Hütte entstehende Mulde hin-
eingeworfen wurde.

Einen ganz ähnlichen Befund hatte K. Aaß bei der benachbarten Grube
m 17 (33/100 a) erhoben, nur war dort die Menge des gebrannten Lehms nicht
so groß gewesen; in den anderen Gruben aber war nichts derart vorhanden.
Es muß also in frühmittelalterlicher Zeit in öem Raum bei den Gruben m 17
und m 18 am Südrand der Siedlung oberflächlich eine aus Lehm gebaute
Feuerstelle (oder deren zwei) gestanden haben, die eines Tages abgerissen
und in benachbarte Vertiefungen im Boden, eben in die Gruben m 17 und
m 18, Hineingeworfen wurden. Da öer gebrannte Lehm unmittelbar aus der
eigentlichen Grubenfüllung liegt, muß er gleich nach Aufgabe öer Grube hin-
eingelangt sein; die Feuerstelle ist also in der Zeit der Gruben m 17 unö m 18,
spätestens aber in öer der Hütte m 13 (33/2) in Denützung gewesen. Dermutlich
wollte man nach Ausgabe der Siedlung das Gelände zum Ackerland einebnen
und warf die vorhandenen Erhöhungen in die Mulde; negativ ist dabei von
Jnteresse, Lah man sür diesen Zweck keinerlei Fundmassen zur Verfügung
hatte, wie es bei den Latcneanlagen der Fall gewesen war, aber auch keinen
reinen Kies.

Für die Rekonstruktion der Feuerstelle liegen leider keine Anhaltspunkte
vor, insbesondere fehlen Rutenabdrücke (Wanöbewurs); vielleicht war es ein
aus reinem Lehm errichteter Dackofen, für den öer Platz im Süden der Sied-
lung, dem herrschenden Südwestwind ausgesetzt, sehr geeignet war, wie auch

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