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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0325

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setzen eignen. Für den Mauerfuh sind z. T. stärkere Platten verwandk"2. Dw
Wände sind nicht ineinander gesügt, sondern stohen mit geradlinig durchlau-
senöer Kante aneinander; nur selten greist ein Stein der einen in die andere
Wand hinein. -Zwischen den Steinen ist Erde, die von rd. 2,50—3 rn Tiese an
verschiedenen Stellen, bes. in der Südwand, in der SW- unö> NW-Ecke aus-
gewaschen ist. Die Mauer ist mit Kalksteinbrocken bis zu 60 cm hinterpackt. Die
Wände sind durch Druck, besonders im AW und SO, etwas eingewölbt; so
kommt es, dah die lichte Weite oben 70/90 cm, in 305 cm Tiefe 60/65 cm,
zuunterst 80/80 cm beträgt.

Abb. I ZZ. Breisoch-Hochstetton. Kammer des Karolingischen Brunnens, Ostwand. 1 :20.

Aeber der erhaltenen Mauer liegt von 160 bis herauf zu 50 cm unter der
Ackeroberfläche und in einer Ausdehnung von 120—150 cm ein wirrer Hau-
fen von Druchsteinen, vor allem Kalk- und Kaiserstühlsteinen, aber auch Sand-
steine und grohe Wacken. älnmittelbar über öer erhaltenen Schachtmauer wie-
gen Kalksteine vor, die dort ziemlich dicht liegen und sich öhne Auterbrechung
im Brunnenschacht fortsetzen. Doch liegen im Schacht auch anöere, unförmige
Druchsteine (Kaiserstuhlgestein) und Wacken. Ein Teil dieser Steine, beson-
ders die Kalksteinplatten, rühren sicherlich von dem obersten, heute einge-
stürzten Teil des Schachtes her; andere, vor allem die obersten Steine, sind
nach ihrer Form öafür ungeeignet und können höchstens zur Hinterpackung
der Mauer verwandt worden sein, es ist aber auch möglich, dah gelegentlich in
den Drunnen, besonders nach seiner Aufgabe, und in die öurch den Einsturz
des Brunnens entstehende Mulde Druchsteine hineingeworfen wurden, öie auf
dem Gelände herumlagen^^.

112 Steine des römischen Brunnens sind, obwohl das Material dasselbe
ist, durchweg anders, quaderähnlich.

^ Dtese unförmigen Druchsteine sind derselben Art wie die in den karo-
lingischen Gruben vorkommenden; dort konnte man an Deschwerung eines
Stroh- bezw. Schilföaches denken, aber dazu hätten Rheinkiesel genügt, vol-
lends kommt öas für den Drunnen sicher nicht in dem Ausmah der vorhan-
denen Steine in Frage. Offensichtlich lagen in karolingischer Zeit ziemlich viel
ungefüge Bruchsteine im Dereich der Siedlung; sind sie von den Römern oder
später herbeigebracht worden und wozu dienten sie?

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