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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0331

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an der Wand zwischen Daugrube und gewachsenem Doden der Grenzzone
verschiedener Dichtigkeit solgend in die Tiefe gegangen, bis sie bei 310 (—340)
cm den endgültigen Grundwasserstand erreichte. Diese Grundwasserbewe-
gungen müssen wahrend der Denützung des Drunnens erfolgt sein, denn in
der Einsüllung des Schachtes finden sich keine Anzeichen von Aüswaschung,
wohl aber ist sie von 2 bezw. 2,50 in ab grau, schlickig, feucht, was sich mit
obigen Schluhfolgerungen deckt^.

Das Grundwasser stieg also in karolingischer Zeit bis 2,20 m, für die La-
tenezeit aber ergeben Einfüllung (s. o. Drunnen 82, 72, 60, 37), gewaschener
Kies und Lartetia (Brunnen 37) einen obersten Stanö von rö. 3 rn. Das folgt
negativ auch aus der Tiefe der Vorrats- unö Abfallgruben, die bis 2,88 in
herabreichen. Die Schlammschichten auf dem Doöen mancher Gruben (z. D.
62; 285 cin tief) können kaum als Deweis für das Eindringen von Grunö-
wasser angesehen werden, denn gerade die tiefsts Grube (28; 288 cm, neben
dem karolingischen Drunnen!) hat sie nicht; sie las'sen sich> auch anöers erklären
(s. o. S. 243). Dielmehr wivö es so sein, öah man bie Latenegruben bis in die
Dähe des Grundwasserspiegels hinabtrieb, sv daß sich aus der Tiefe öer
Gruben ein Däherungswert für die obere Grenze öes Grundwasserspiegels
ergibt. Damit stimmt überein, daß in Dasel, wo die Brunnen über 8 m
hinabreichen, das Grundwasser also tiefer stand äls in Hochstetten, auch die
Gruben fast um einen Meter bis zur konstruktiven Maximaltiefe von 3,65 m
herabgehen. So bestätigt also auch der Defund an den Gruben, dah der
Grundwasserspiegel zur Latenezeit etwa 3 m unter der heutigen Oberfläche
lag, also fast 1 m tiefer als zur karolingischen Zeit.

Abweichende Derhältnisse zeigen öie Brunnen in öer Doröostecke des Gra-
bungsfeldes, bei denen der Grundwasserspiegel durchweg tiefer liegt. Der
Latenebrunnen 58 (2lbb. 109) ist tiefer als öie andern öieser Zeit und öie Ein-
füllung zeigt erst von 360 cm ab typische Veränderungen, aber so eigenartig
(Sinter), dah besondere älmstände bei ihrer Entstehung mitgewirkt haben
müssen. Noch weiter nach Äoröosten liegen öer Latonebrunnen 83 (33/144),
und der römische (2lbb. 127). 83 ist leider nur unvollständig untersucht, immer-
hin scheint die schlickige Einfüllung erst von 350 cm ab aufzutreten. Der rö-
mische ergab 355 cm. Daraus folgt, daß örtliche Desonderheiten in der 2kord-
ostecke den Grundwasserspiegel um rd. 60 cm gesenkt haben bezw. weiter nach
Westen gestaut haben müssen, obwohl dies dem allgemeinen Gefalle zum
Rhein widerspricht^^ö.

Schliehlich sei darauf hingewiesen, dah die Schichten, die den Rormalstand
des Grundwassers anzeigen, eine gewiss-e Mächtigkeit haben; bei 37 miht öer
Gürtel gewaschenen Kieses 30—40 cm Höhe, beim karolingischen Druaneu
sein unterster entscheidender Ring 30 cm und die Sinterschicht in 58 50 cm.

Dei einer derartigen zusammenfassenöen Llebersicht erhebt sich der Wunsch,

Es ist aufs 2leuherste zu bedauern, öah finanzielle Rotwen-öigkeiten es
vorbieten, die wahrscheinlich karolingische Grube m 10 zu Ende zu unter-
suchen; ihr Doö-en war bei 2,70 m noch nicht erreicht (s. oben S. 290).

122 älnd 58 und 60 sich sehr nahe liegen. — Die Sinterzone in 58 kann erst
nach Auflassen des Drunnens entstanden sein, sonst mühte man an ihr Störun-
gen durch Denützung sehen. Dadurch bestätigt sich öie 2lngabe des römischen
Drunnens für öiese Perioöe. — Sollten öie Latenebrunnen 58 und 83 ganz am
Ende öieser Zeit liegen unö öer Tiefstand öes Grunöwassers eine Funktion d-er
Zeit sein? 2lber die Funde geben keinen 2Inhalt, auch mühte ein römischer
Drunnen mit gleich tiefem Grundwasserstand im Dereich öer andern Latone-
brunnen vorliegen.
 
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