Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

DOI issue: DOI article: DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0341

DWork-Logo
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
stelle im Dünerüsand des Atzelbergs geborgen worden waron. (Die gleiche
Gaitung auch auf dem Goldberg bei Nörölingen!) Einzelne rein schnur-
keramische Scherben sind auch unter öer Düne bei Seckenheim heraus-
gekommen.

Von der Glockenbech er gattung ist ein Grab mit einem Decher aus dem
Dünengebiet am Straßenheimer Ho f, Gewann Apfelkammer, zu ver-
zeichnen, ein gut erhaltenes Hockergrab mit 2 Bechern aus öer Westseite des
Atzelbergs, während ein daneben liegenöer Hocker beigabenlos war, aber
wohl in den gleichen Kreis gehört. Ein Glockenbecher unö ein unverzierter
leicht konischer Decher lagen, wohl in einem Grabe, unter der Düne bei
Seckenheim.

2lus dem Zonenbecherkreise hat sich bei Wallstaöt in einem Grabe
ein Zonenbecher und ein schnurstichverziertes Becherchen gefunden.

Die älteste Dronzezeit ist auf Gemarkung Wallstaöt durch ein bau-
chiges Töpfchen mit Schnuröfen an öer Bauchkante und zwei Reihen punkt-
gefüllter Dreiecke auf der Schulter vertreten.

Der Hügelgräberbronzezeit gehören mehrere Gräber an: von
neunen bei Wallftadt eines mit 2 Radnadeln und 2 Spiralarmringen mit
vielen Windungen und noch mit einem Armreif mit Spiralenöen; auch
fand sich öort in einer suebischen Wohngrube des 1. 2hs. n. Chr. mitten zwi-
schen belgischen Gefäßen ein Bronzeöolch, der von einem bei der Anlage zer-
störten Grabe herrühren wird. Mehrere Gräber lagen auch unter der Düne
bei Seckenheim, eines mit 2 Spiralarmbändern mit geörehten Enden, einer
glatten Aadel und einem Dolch mit 2 Aieten, ein anderes mit einem einfachen
Armreif mit Spiralenden, ein weiteres mit einfachen Ringen. Wahrscheinlich
gehören in öiefe Zeit auch 2 heile Töpfchen unter den Seckenheimer Dünen
weg, eines mit konischem Buch, Fuh und Henkel und das andere mit ovalem
Bauch, eingekehltem hohen Hals und Henkel, in den Formen beide wohl von
Westen herkommend.

Dem älebergang von öer Bronzezeit zur Hallstattzeit gehört ein großes
Grab unter den Seckenheimer Dünen an, in dem der Tote auf einer Holz-
brettunterlage über einem 2,90 m langen unö 1,55 m breiten Steinpflafter
unverbrannt beigefetzt war. äleber das Skelett zog sich wieder eine dünne
schwarze Schicht hin, wiederum von Brettern, und da ringsherum und darüber
viele große Äeckargeschiebe lagen, an mehreren Stellen dachförmig schräg
übereinanderliegend, so werden sie als Deschwerung der dachförmig über dem
Loten zusammengestellten Dretter gedient haben. Bon einem Erdhügel dar-
über war nichts zu erkennen. Zwischen öen Beinen des sehr vergangenen
Skelettes lagen ganz unten 1 Henkeltopf mit 4 Duckeln am Bauchknick und
1 flache Schale, beide sehr scharf profiliert. Weitere Beigaben waren eine
lange einfache Bronzenadel und eine mit eingerollter Oese zusammen mit
einem bandkeramischen Meihel unö einem vierkantigen Wetzstein an der linken
Hand, ebenso ein Bronzeöolch und 3 Bronzeröhrchen; 7 Bronzeringe zogen
sich von da aus den Körper aufwärts. Dies Grab, öas in unserer Gegend erst-
malig auftaucht, war wohl öas eines Sippenhäuptlings illhrifcher Herkunft.

Für die ältere Hallstattzeit sind die Erdarbeiten von besonderer Aus-
giebigkeit und Wichtigkeit geworden. Denn durch fie ift zum ersten Male in
diese bisher im unteren Aeckarland mangels bezeichnender Funde fo undurch-
sichtige Zeit Licht hineingekommen. 2m Dünengebiet am Straßenheimer
Hof, das heute mit Wald bestanden ist, finö ungefähr 15 älrnengräber ge-
funden mit meist kleineren Llrnen, öarunter eine mit Traphitbemalung
(Sparrenmuster). Am Südrand des Gebietes lag auf einer verlehmten alten
Oberfläche des Sanögebietes unter späterer Verwehung auch eine Wohnstelle
dieser Zeit, die an zwei Stellen Feuerplätze mit graugelb gebrannter Lehm-
oberfläche aufwies. Merkwürdig waren hier mehrere Gruben im Sand, die mit
fettem Letten ausgefüllt waren, der in zweien auf einem Boöen von grohen
abgerollten Geschiebeblöcken aus Odenwaldgranit lag: also wohl Borrats-
gruben für bis jetzt unbekannte Zwecke. Eine weitere Aufklärung in den be-
nachbarten Acker hinein war vorläufig nicht möglich. Hinter dem Friedhof
von Wallstadt kam eine Art Keller heraus mit gegen 1O Gefäßen, meist
konischen Henkelbechern; in mehreren von ihnen fanden sich wie in der um-
gebenden schwarzen Erde eine grohe Masse verkohlter Eicheln. Südlich der
Landstraße Wallstadt-Ladenburg wurde auch ein Br o nz e sch atz f und er-

311
 
Annotationen