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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0372

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der Ausgrabungen. öie in diesem Sommer fortgesetzt werden sollen, mög-
lich —, vielmehr mögen mit elner Auswahl der wichtigsten Stücke öie De-
sowderheiten des Befundes und deren Dedeutung für die Kenntnis der Früh-
geschichte dieses Gebietes aufgezeigt werden.

1. Llnter den römischen Funden, die üei weitem den Hauptteil aller
Dodenfunde ausmachen, find vorwiegend Rheinzaberner Sigillaten, meist des
2. Iahrhunderts, darunter erne gestempelte Tasse des Töpfers Nivalis, ver--
treten. Es begegnen die bekannten Dildfriese mit Tierhetzen und dionysischen
Szenen in meist recht gröber Arbeit, ferner sauber gearbeitete Darbotineware
und schliehlich unverziertes Geschirr dieser -Zeit. Das jüngste Stück ist ein
Randstück einer Schüssel mit früher Rädchenverzierung (Abb. 151c), die
nach W. Llnverzagt^ der Mitte des 3. Hahrhunderts zuzuweisen ist. Von
aüderem Geschirr sind Amphorenherikel — einer mit Stempel —, gelb-
und grautonige Teller mit fein geglätteter Oberfläche, eingeglättete grau-

Abb. 154. LUlingen. Tefähprofile; s und b: Karollngisch; c: mittelalterlich; 6 und e: einheimisch-römisch.

schwarze Schalenreste, Amphoren-- unö Kannenhälse unö -scherben z. L. mit
gelblich-weißer Bemalung und viele Tops- und Reibschalenbruchstücke zu nen-
nen. Wichtiger als diese geläufigen Funde sind die an Zahl geringen Scher-
ben von einheimischer Ware. Aeben auch anderwärts 2 bekannten Llr-
nen mit Kammstrichverzierung (Abb. 151 ck) begegnen zwei weitere Gefäh-
formen diefer Art. Es sind dies ein schwarzbrauner hanögeformter Aapf
(Durchmesser 14, Höhe 4,7 cm) nrit etwas eingezogenem, waagrecht abge-
strichenem Ranö (Abb. 154 ck) und abwechselnö senkrecht unö waagrecht aus-
geführten Kammstrichornament (Abb. 151 a) unö ein Randstück eines gelb-
lichgrauen Topfes (Durchmeffer zirka 25 cm) mit stark profiliertem Rand
(Abb. 154 e), schmalem, glattem Schulterfelö und schräg abwärts gerichteten
Kammstrichen (Abb. 151b). Deide Stücke sinö eine Dereicherung öes bisher
spärlichen einheimischen Tongeschirres in römischer -Zeit. Leilder erlauben die
Durch häufige Dodenbewegungen im Mittelalter geschafsenen Lageverhält-
nisse nicht, diese wohl frühgermanischen Kulturreste innerhalb des
2. Jahrhunderts n. Chr. enger zu umgrenzen.

1 W. älnverzagt, Terra sigillata mit Räöchenverzierung; Materialien zur
römisch-germanischen Keramik III, 1919, 11 ff.

2 Berghaüsen, Amt Karlsruhe (Dad. Fundber. 1, 1928, 339 und 2, 1929,
59); und Hailfingen (Württemberg) (Germania 18, 1934, 98 ff.).

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