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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0383

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Arme scheinen gerade am Körper gelegen zu sein. Zu Fühen der Frau lag- in
enigegengesetzter Richtung das Kind mit dem Kopf im Osten, öie angewin-
kelten Beine gegen die Fühe der Frau. Durch öie Pfahlgruppe wurde der
Oberkörper des Kindes stark gestört. Vom Schädel läht die Abbildung nur
noch einen Rest erkennen. Das Kind lag ebenfalls auf der rechten Seite. Vecken
unö älntereptremitäten sinö scheinbar im Boden verlagert worden.

An Beigaben fanden sich im Winkel zwischen öen Knien unö dem rech-
ten Arm der Frau ein Feuersteinsch aber (L. 3,9; Br. 2.8 cm) und
Scherben vom Rand eines schnurkeramischen Bechers (Tas. l, 2).
Die jungsteinzeitliche Stellung dieses Doppelhockergrabes läht auch ein glei-
ches Alter für öie früheren Hockerfunde aus der Aähe (Bad. Funöber. 2,
1932, 323 f.) annehmen (Garscha).

Hagnau A. Äberlingen. Dr. Gustav Schmies von Jmmenstaaö hatte im
Dezember 1933 gemeldet, dah auf der Pfahlbausiedlung „Burg" vvr
Hagnau nach Funden gegraben werde. Das Bezirksamt veranlahte öie Sicher-
stellung öer vorhandenen Funde auf dem Rathaus. Es handelt sich um Stein-
beile, einige Feuersteingeräte, während die Scherben meist Ha ^./6 sind. Die
Stücke bleiben aus dem Rathaus.

Oberuhldingen A. Äberlingen. Flur Auen, aus einer Kiesgrube, 12O cm
tief, in tiesgründigem Verwitterungsboden, vorgeschichtliche (wohl neolith.)
Scherben und ein Feuersteinabspliß (Landesgeologe Dr. Erb).

Änteruhldingen A. Äberlingen. Altbürgermeister Sulger hat im März 1934
2 Tage gegraben, und öabei u. a. gesunden eine Hirschhornfassung für ein
Breitbeil. ein Bronzebeil mit leicht aufgebogenen Rändern und 2 Tongefähe,
eines gelblich, gehenkelt, öas andere schwärzlich (rd. 40 cm hoch).

Altenburg A.Waldshut. Vom Sinkelosebuck Scherben mit Schnuröse u.a.;
walzenförmiges Steinbeil (O. Ruh).

Jestetten A. Waldshut. Aus öer Lehmgrube Weih (Gewann Bivang) 1933
und 1934 (wohl neolith.) Scherben unö Feuersteingeräte (O. Ruh),

Säckingen-Hasenrütte, vberhalb der Strahe nach Obersäckingen, bei Er-
stellung von Siedlungshäusern: Hornsteinwerkzeuge, eine grohe Mahlplatte,
Reibsteine und vorrömische (wohl jungsteinzeitliche) Scherben (Gersbach).

Whhlen A. Lörrach-Ritterstrahe. Siedlungsstelle, öurch Kanalisativn an-
geschnitten (F. Kuhn).

Efringen A. Lörrach. Beim Aushub für öen Aeubau Huber-Bürgin wurde
am 31. Mai 1935 ein Hockergrab angeschnitten unö durch Gemeinderat Kiefer
gemeldet. Die Bergung durch Hauptlehrer Kuhn zog sich bis3. H'uni hin; das
Vezirksamt sorgte für Dewachung der Funöstelle bei Vacht. Zwei Grabgruben
mit einer bzw. zwei Destattungen in Hockerlage. Vach öen Tongefähen handelt
es sich um Angehörige der Glockenbecherkultur, allerdings fehlt ein
eigentlicher Glockenbecher (nach F. Kuhn, Baö. Vorzeit Hest 2 S. 12 s; hier
Tas. IV, 1).

Nieder-Eggenen A. Müllheim-Sonnhohle. Änter dem Hügel (s. u. S. 370)
sand sich bei der Äntersuchung durch Dr. K. H. Wagner 1934 eine neolithische
Wohngrube.

Nieder-Eggenen A. Müllheim-Hagschutz. Schneiöer Wilh. Schultheih wollte
an der nvrdwestlichen Ecke seines Grundstückes Steine brechen; als er auf
schwarze Erde und Scherben stieh, meldete er es F. Lindemann. Die Änter-
suchung fand vom 25.-27. Sept. und am 2. Okt. 1935 statt und ergab eine
Terrassenwohnung von etwa 8 m Breite mit innerem Pfostenloch und einer
Heröstelle aus rotgebranntem Lehm. Die bis 70 cm mächtige Kulturschicht
lieferte reichlich Scherben der westeuropäischen Kultur, Feuersteingeräte,
Steinbeilbruchstücke, Mahlsteine; ferner vereinzelt Scherben der Rössener
Kultur.

Munzingen A. Freiburg. Aus dem „Munzinger Berg", öem Südwestaus-
läufer des Tunibergs, ist seit längerer Zeit eine Höhensieölung der Michels-
berger Kultur bekannt, besonders durch Funde von A. Wangart. Frühjuhr
1933 (2. 144). 1934 wurde im April öurch Dr. Dehn eine gefährdete Stelle
untersucht. Hm Oktober 1934 konnte Dr. K. H. Wagner, unterstützt durch A.
Stroh Art und Ämfang der Besiedlung klären. Die Rotgemeinschast und öie
Städtischen Sammlungen Freiburg übernahmen die Kosten.

Festgestellt wurden: 1. Ein Sohlgraben von 3 m Tiefe unö 6 m Breite, der
auf über 80 m weit ohne Änterbrechung verfolgt werden konnte. — 2. Wohn-

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