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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0398

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zahlreiche Gefähe, z. T. mit Hallstatt-Traöition, ergab, Spinnwirtel, Bronze-
Fingerring, Reste eines Eisenmessers (Gersbach).

„Tarodunum" (Burg A. Freiburg). 1. Westlich öes Rainhofs (Gemarkung
Burg) zweigt von öer grohen Höllentalstrahe ein Strähchen nach Kirchzarten
ab, das den Randwall von Tarodunum durchschneiöet. Westlich des Sträh-
chens wurde im Oktober ein Stück öes Walles abgetragen, um einen Stein-
lagerplatz zu gewinnen. A. Wangart sah es beim Dorüberfahren unö er-
stattete Meldung, leiöer war der Eingriff schon vollzogen. Jmmerhin konnte
durch R. Halter 1934 ein Profil aufgenommen weröen, das sich in allem mit
den Beobachtungen Von 1931 (Bad. Fundber. 2, 296 ff.) öeckt, ö. h. es hanöelt
sich um eine Erdschüttung mit Steinsront.

2. Östlich des Rainhoss führte eine Ausfahrt von öer Höllentalstraße in
Richtung auf den „Heidengraben" bis an die Bahnlinie. An öer Abzweigung
von der Landstrahe wurde 1933 eine Mauer im Boden festgestellt (Baö. Fber.
3, 158). Jm Herbst 1934 wurde nun der gröhere Teil öer Auffahrt abgetragen;
rd. 12 rn diesseits (südlich) der Bahnlinie wuröe von R. Halter ein Prosil
eingemessen. Danach ist es nicht unwahrscheinlich, öah der östliche untere Teil
der Auffahrt der rückwärtige (westliche) Fuß des alten Abschnittswalles isk

3. Der Ranöwall ist noch besonders gut erhalten aus öem Anwesen des
Landwirts und Bürgermeisters Steinhart in Burg. Ansang August 1935
wurde gemeldet, dah Zimmermeister Dold hier eine Werkstatt bauen wolle.
älm die Verhältnisse zu klären, hat R. Halter einige Schnitte gezogen, die
dieselben Berhältnisse ergaben wie auf der Süöseite des Oppidums. Dolö
wurde bewogen, seine Werkstatt nicht aus den eigentlichen Wall zu bauen,
sondern etwas östlich davon, wo er abgetragen ist; öie Mauer ist aber dar-
unter noch erhalten unö wurde eingemessen (Kraft—Halter).

Breisach-Hochstetten. 1. Abschluß öer Ausgrabung auf dem Grundstück
Gehr s. Heft 7/8.

2. Landwirt Wolf hat im Gebiet der spätkeltischen Siedlung 1934/35 zahl-
reiche Scherben von Latene-Gefähen und von Amphoren herausgepslügt. Es
hanöelt sich um einen frisch gekauften Acker, der zum erstenmal tief gepslügt
wird.

Für die Funde beim Bau öer Beichs auto b ah n s. o. S. 313.

Jlvesheim A. Mannheim. Hn der Kiesgrube Boxheimer (neben den Kies-
gruben Wolff-Back) waren von einem gestörten Grabe noch übrig: 2 Eisen-
ringe, 1 eiserne Frühlatenefibel mit spitzem Knopfende am zurückgeschlagenen
Fuh; dazu gesellte sich am Anfang dieses Jahres noch 1 grauschwarze gut er-
haltene älrne mit eingezvgener Mündung und Wulstrand (Gember; 1935).

Heidelberg-Heiligenberg. Latenescherden s. o. S. 367.

Arphar A. Wertheim. Hm Jahrbuch des Historischen Vereins „Alt-Wert-
heim" 1934 S. 11 f. veröffentlicht E. Wahle einen goldenen Fingerring
aus Llrphar. Ende Hanuar 1934 wurde nahe dem Ortsausgang in Richtung
Höheseld ein Skelett gefunden, um öessen Bergung sich Hauptlehrer M. Diehm,
Bettingen, sehr verdient machte. Der Ring stak am Finger; er besteht aus
reinem gelben Gold und ist 5,3 § schwer. E. Wahle möchte ihn a. a. O. den
Kelten der späten Latenezeit, vielleicht auch noch öes 1. lZahrhs. n. Chr., zu-
weisen. — Die Druckstöcke zu unserer Abbildung Taf. Vll, 2-4, weröen öer-
Freundlichkeit des Historischen Bereins Alt-Wertheim verdankt.

Jn Anterwittighausen A. Tauberbischofsheim fanö ein Bauer eine goldene
Schüsselmünze, was Lutz veranlahte, nach öem Verbleib der beiden bei Wag-
ner II 458 genannten Stücke dieser Art zu forschen. Sie fanden sich noch im
Privatbesitz in dem genannten Dorse, doch führten öie Ermittelungen zu der
Ausfinöung von noch zwei weiteren Schüsselmünzen, von denen öie eine eben-
öaher, die andere aus dem benachbarten

Poppenhausen stammt (Wahle).

Germanen der Spät-Latene- und römischen Zeit.

Mit groher Erwartung sieht die Forschung der Bearbeitung von Diers-
heim und der suebischen Funde von der Reichsautobahn bei Mannheim
tzntgegen.

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