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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0405

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wachsenen Sandboden 2 Gräben senkrecht zueinander, der eine davon mit
halbkreisförmigem Profil, 80 cm breit. 40 cin tief.

Jn die römische Schicht waren im Westen öes Hofes mittelalterliche Bren-
nereigruben eingelassen. 2lm südlichen Rande des Hofes zieht als Grenze der
Anwesen Sulger und Cafe Bohe eine 1 m dicke Mauer, öie auf eine Strecke
von über 23 m verfolgt weröen konnte. Jhr Fundament sitzt sehr tief,
1,5—1,7 m. Mit dieser Mauer ist die seit langem hier in öer Aähe angenom-
mene Stadtmauer des 9./10. Jahrhunderts entdeckt woröen (erbaut unter
Bischof Salomo III., 875—919). Bei den Ausschachtungen im Toreingang
Sulger kam eine weitere mittelalterliche Mauer von 0,70 m Stärke heraus,
die in öerselben Richtung wie die Staötmauer zog.

Die Stadtmauer bei Metzger Sulger liegt ziemlich genau in öer Flucht der
dritten Mauer an öer Hofhalde am Südhang des Münsterbergs (s. Bad.
Fber. 2, 353 ff. Revellio). Diese ist also wohl auch frühmittelalterlich.

Die römische Kulturschicht wurde noch an mehreren anderen Stellen an-
geschnitten. Bei Grabarbeiten der Telegraphendirektion kam sie am Münster-
platz 11 beim Missionshaus der Pallotiner (St. Hosef) schon 20 cm unter der
Strahe in einer Stärke von 30 cm. Darin lag am Eingang zum Jnnenhos von
St. 2osef am Gartenzaun auf öer Straße, 50 cm tief, ein geostetes, schlecht
erhaltenes Skelett ohne Beigaben; über öem Schäöel lag eine Platte aus
Rorschacher Sandstein. Die Bestattung gehört wohl zu dem christlichen Grä-
berfeld des Münsterbezirkes (20. 9. 1934).

Bei den Ausschachtungsarbeiten für öas Vincentiushaus 1887 fand Rechts-
anwalt Karl Beherle viele römische Scherben und einige Münzen (heute im
Rosgartenmuseum). Die Fundamentgräben für öen Erweiterungsbau nach
Rorden Ostern 1934 ergaben Gelegenheit, öen Befund zu überprüfen. Die
Erhöhung, auf öer das alte Gebäuöe steht, ist junge künstliche Auffüllung. 2n
2—2,50 m Tiese bei mühsamem Suchen in den Funöamentgräben gegen öas
Haus zu> also gegen die alte Fundstelle von 1887, konnte als Ausbeute von
zwei Wochen eine Kinderhand voll stark zertrümmerter Sigillata und anöerer
Gefähe, sowie mehrere stark verwaschene Hohlziegeltrümmer aufgesammelt
werden.

2khnliche geringe Spuren von römischer Ware ergaben sich bei Ausschach-
tungen im Lichthof der Stephansschule zunächst dem gewachsenen Letten in
2 m Tiefe: stark zerschlagene Sigillata und Bruchstück aus Lavezstein.

Dagegen fehlen römische Scherben im Hinterhaus von Wessenbergstr. 29,
das gegen den Stephansplatz zugeht (A. Beck).

Lottstetten A. Walöshut-Großer Kalchhof (Bl. 158 Hestetten). Bei Ver-
breiterung der Strahe Jestetten-Lottstetten wurden schwarzgefüllte Gruben
angeschnitten (wie solche auch beim Bau öer Strahe vor 10 Jahren beob-
achtet worden seien): auf Meldung von O. Ruh und Dr. Kohler wuröen sie
von R. Halter untersucht, der 6 römische Gruben nahe beisammen feststellte.

Grube 1: rundlich, Durchmesser bis zu 1 m, Tiefe rd. 0,4 m, Sohle z. T.
eben, Wandung z. T. senkrecht, Einfüllung dunkelbraun, öurch Brandschutt
z. T. schwarz gefärbt und stark mit Holzkohle öurchsetzt. Reichlich Funde:
Scherben, einige kalzinierte Knochen, Eisen, Glas, Brocken von gebranntem
Lehm.

Grube 2: Länge bis 1,70 m, Tiefe rd. 0,52 m. Profil und Einfüllung ähn-
lich Grube 1.

Grube 3: fast kreisrund. Durchmesser 0,7 m. Tiefe 0,64 m. Einfüllung s. o.

Grube 4: wohl zwei Gruben: a) Durchmesser 1,2: 1 m, b) 0,7 m. Ein-
füllung s. o.

Grube 5: Durchmesser 1—1,5 m, Tiefe 0,6 m. Einfüllung braun.

Grube 6: Kreisrunde Berfärbung von 0,7 m Durchmesser mit Grube 3 zu-
sammenhängenö.

Südwestlich zieht sich durch die Wiesen ein 1—2 m breite wallartige recht-
winklige abgeknickte Erhöhung, mehrere hundert Meter weit zu verfolgen
(R. Halter).

Laufenburg A. Säckingen-Sit. Don öer Stelle öer villa (3, 220 sf.) weitere
Einzelfunde, u. a. Keramik von Spät-Latenecharakter, arretinische Sigillaten,
Bronzephallus, gestempelte Ziegel (Gersbach).

Drennet A. Säckingen-Burgacker. Bruchstücke von Leistenziegeln (Gers-
bach; 1935).

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