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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0433

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flach, schmal-flach, schmal-hoch). Zusammen mit Bischofsingen ist König-
schaffhausen der süölichste Ausläufer öieser Kultur unö beweist, öaß diese auch
hier noch eine typische Ausprägung in einer volkreichen Besiedlung gefunöen
hat. Aoch etwas südlicher liegt Opfingen, von wo K. Schumacher eine Scherbe
mit reiner kräftiger Linearverzierung abgebildet hat", die offenbar einer
älteren Stufe der Spiralkeramik zugehört.

G. Kraft (mit R. Halter), Freiburg i. Br.

Zrühbronzezeillicher Zund von Aastalt.

Von Karl Gutmann- Aastatt.

Deim Rigolen eines Gartens auf dem Plahe der ehemaligen Schloßkaserne
in Rastatt stießen Arbeiter in 1,20 m Tiefe auf eine schwarze Schicht, in wel-
cher sie einen Dolch hoben. Leider wurde der Funö erst zwei Wochen nach
seiner Bergung gemelöet, so dah die Stelle bei meinem Erscheinen schon wie-
der eingeebnet war. Der Fundort liegt am alten Hochgestade des Rheins etwa
50 m vom Südflügel des Rastatter Schlosses entfernt im Garten des Hauses
Pvststraße 15. Aus den Angaben öer Arbeiter ließ sich noch entnehmen, daß sie
nach Aushebung der letzten Reste von Fundamenten der Kellergewölbe der
ehemaligen Kaserne aus einen länglichen Streifen dunkler Erde stießen, der
aussah wie ein Gang und der sich etwa 2 m lang gegen das Schloß hinzog. 2n
öieser Schicht, deren Mächtigkeit nicht mehr ermittelt werden konnte, kam der
Dolch zum Dorschein. Jn geringer Entfernung öavon haben Knochen gelegen,
die jedoch bei meiner Rachforschung schon weggeführt waren. Aber der prakt.
Arzt Dr. Kucher, dem öas Grundstück des Fundplatzes gehört, hat die Kno-
chen als tierische bezeichnet. Es handelt sich demnach hier eher um eine Wohn-
stelle als um ein Begräbnis.

Das Fundstück (Taf. VII, 1), das in das Raftatter Heimatmuseum kam, ist ein
Vertreter der Gattung triangulärer Dolche, von öenen bisher 4 Exemplare
entlang dem badischen Hochufer zum Vorschein kamen (Wiesloch, Hügelsheim,
Efringen). Die nächste Funöstelle liegt wenige Kilometer südlich von Rastatt
bei Hügelsheim. Der Dolch war bei seiner Auffindung vollständig intakt. Die
Spihe ist jedoch infolge unsachgemäher Behandlung abgebrochen, ebenso sind
kleinere Stücke der einen Schneide nach öer Auffiüdung erst abgesplittert. Am
Griff haben die Arbeiter gefeilt, um den Wert öes Materials zu prüfen. Vei
Ergänzung der beiderseitigen Schneiden erhält der Dolch eine Gesamtlänge
von 20 cm. Davon entfallen 9 cm auf öen Griff. Jn der Größe entspricht das
Blatt also der größeren Form der bekannten badischen Dolche. (Baöische
Fundberichte Bd. 1, S. 54, Abb. 25). Dagegen erscheint das vollkommen flache
Dolchblatt wieöer altertümlicher als die genannten Stücke und entspricht darin
den einfacheren Dolchen von Wiesloch. Die Verzierung mit im Guh herge-
stellten Längsrillen (6 Strich), öie der Schneide entlang laufen, stellt das
Rastatter Stück neben das von Raue (Die Denkmäler der vorrömischen Me-
tallzeit im Elsaß S. 124, 12/1) beschriebene Dolchblatt aus dem Donauberg-
tumulus 12 im Hagenauer Forst. Auch in der Griffgestaltung scheint das
Aastatter Exemplar dem ebengenannten Elsässer Stück am meisten zu ent-
sprechen.

Der neue Fund stellt das bisher einzige bekannte Exemplar der trian-
gulären Dolche mit erhaltenem Metallgriff in Baden öar. Die früheren Stücke
trugen Holzgriffe, die mit zwei bis neun Rieten am Blatt besestigt waren.
Hier aber haben wir einen besonders gegossenen Bronzegriff, öer nachher mit
5 kleinköpfigen Rieten ans Dolchblatt angeheftet wurde. Das Grisfstück selbst
ist im Querschnitt flacheliptisch. älnmittelbar über öer obersten Riete trägt es
als Verzierung acht leichte Rillen, die sich auch unmittelbar unter öer Grifs-
platte zu wiederholen scheinen. Diese Platte ist entsprechenö öem Querschnitt

K. Schumacher, Schauinsland 27, 1900, S. 14, Fig. 1.

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