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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0486

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Grab 4: Grabgrube von etwa 2: 1,5 m; das Trab wurde von den Ar-
beitern vor der Ausgrabung entfernt. Dielleicht stammen ein verlorener
Bronzeanhänger mit nach unten weisenöen Tierköpfen von einem Gürtel-
gehänge und eine Perlenkette (60 Stück: gelbe, rote, grüne, blaue und
weihe z. T. mit gelben, blauen oöer weihen Punkten und Schlieren; besonders
zu nennen eine rote wirtelförmige Perle mit gelben Punkten und blauweihen
Augen) aus diesem Grab.

Grab 5: Männergrab: etwa 2,30: 1,20 m groh: genaue Tiefe nicht be-
kannt; Richtung des Grabes etwa SW/RO. — Beigaben: 1. Sar (Br. 4,3;
L. 48; Griff 12,5 cm) mit 2 Rillen (VIII2, b). — 2. Lanzenspitze (L.
n. 28,5; Br. 3,6 cm) in rhombischem Blatt von flachrhombischem Querschnitt
und runöer Tülle (L. 14 cm (VIII2,k). — 3. Schildbeschläg: Schilö-
buckel (H. 7,3; Dm. 16,5; Randbr. 2,8 cm) mit halbrunder Kappe und
flachem Knopf unö 5 flachen Eisennieten (Dm. 2,8 cm); Schilöfessel, lange
Form mit herzförmigen Rietscheiben unö abgebrochenen Endscheiben (L. n
23,6 cm) (VIII2, m/n). — 4. Reste einer Eisenschere (L. n. 15 cm). —
5. Feuerstahl (L. 15; Br. 2,8 cm) (VIII2, ü). — 6. Eisenpsriemen (L
n. 15,8; Br. 1,2 cm), Spitze oval. — 7. Eisenbeschlägteile eines Holz-
eimers: Henkelattachen und tordierter Henkel (wie Wagner 2, 172, Fig. 151 a)
und 3,2 und 1,6 cm breiten Eisenbändern (VIII2, 8 u. v—'«P

Grab 6: Vor öem Eintreffen ausgegraben; Gröhe etwa 2,10 : 1,15 m; Rich-
tung etwa WSW/OAO; angeblich ohne Beigabem

Grab 7: Vor Eintreffen geöffnet. Grab etwa 2,40:1,30 m; Richtung
SW/AO; aus öem Grab angeblich ein mittelalterlicher Bronzeschlüssel (Aus-
raubung?).

Grab 8: Kindergrab: 1,95 : 1,45 (—1,30) m in 1,30 m Tiese; am Kopsende
in 1,43 m Tiese 0,20 kürzer werdend. Richtung WSW/ORO. Hn 1,40 m
Tiefe tritt ein etwa 3—4 cm breiter kohligschwarzer Streisen in Srscheinung,
der an öer Kopfseite beim Abdecken zerstört wuröe unö insgesamt eine höl-
zerne Grabkammer von 1,60: 1,20 m (—1,12 am Fuhende) erkennen läßt.
Aus öem Grabboöen lagen in 1,60 m Tiefe auf öer R-Seite m 8>ru öer linke
Llnterarm und in Kopfgegend einige Schädelreste. Ob öer Kern öes Grabes
schon in älterer Zeit gestört wurde, war nicht mehr festzustellen. — Beigaben'

1. Scherben fast in der Mitte der südlichen Längswand und öer Ost-
wand. — 2. 10 kleine Glasperlen: rot, gelb, blau unö weih und grün, z. T.
mit gelben Punkten unö weihen Schlieren, in Kopf- und Handgegend. —
3. Bronzeörahtohrring mit polyedrischem, kreispunktverziertem Schluh
(Dm. ca. 5 cm) in Kopsgegend (VIII2, g). — 4. Br onzer iemenzunge
(L. 6,8; Br. 2 cm) mit eingepunztem Kreisauge und Flechtbandmuster (VII! 2,
e). — 5. Bronzeschnalle (L. 5,6; Br. 2,9 cm) mit angegossenem öurch-
brochenem Beschläg, örei Rieten und Eisendorn, in Grabmitte; öabei Leder-
reste. — 6. Bronzearmreis (4,6: 5,3 cm) mit 4 Längsrillen, abgeslachten
Enden an der linken Hand (VIII2, p). — 7. Reste eines Eisen-
messers. — 8. Runder, gebohrter Knochenanhänger (L. 3,6; Dm. 1,2 cm)
mit eingedrehten Linien, Gittermuster und Kreisaugen (VIII2, r). - 9. Sisen-,
Bronze- und Lederreste Vom Gürtel.

Grab 9: Erwachsener; Grab: rechteckig 2,50: 1,70 m in 1,15 m Tiefe und
2>15(—2,30): 1,50 m in 1,50 m Tiefe. Gesamttiefe 1,60 m; Richtung: WSW/
ORO. Die Einfüllung zeigt im Jnnern auffällige öunkel-fettig-schwarzbraune
Flecken, die nach öer Lage öer zertrümmerten Knochen und in öer Einfüllung
liegenöen Beigaben auf ältere Plünöerungsspuren deutet. Die Ginsüllung
enthielt: 1. Eisenmesser (L. n, 12,3; Br. 1,8 cm) (VIII2, i). — 2. Bronze-
blechreste. — 3. -Zusammengebogener Bronzedraht eines Kettengehän-
ges (VIII2, o).

Grab 10: Frauengrab: 2,30: 1,40 m; Tiese: 1,40 m. Richtung: SW/RO.
Die Bestattung lag wahrscheinlich auf öer Rordhälste öer Grube; sie ist durch
Ausraubung zerstört worden; die Knochen lagen zerbrochen wirr im Grabe
(Rordseite). An Beigaben fanden sich: 1. Hn der RO-Ecke ein Eisenrest. —

2. 2n Kopfgegend fünf Perlen, 2 gelbe, 1 blaue, 1 rote und 1 rote mit
gelben Punkten. — Amd etwa in der Mitte der südlichen Grabhälste von der

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