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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 23.1967

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https://doi.org/10.11588/diglit.44899#0207

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Untersuchungen an einem Bleirohr der römisdien Kuranlage zu Badenweiler, Ldkrs, Müllheim

199

Untersuchungen an einem Bleirohr der römischen Kuranlage
zu Badenweiler, Ldkrs. Müllheim *
Von Karl Löhberg, Berlin
(Mitteilung aus dem Institut für Metallkunde der Technischen Universität Berlin)
* Der Verfasser dankt Herrn Hauptkonservator ECKERLE, Freiburg, für die freundliche Geneh-
migung der Untersuchungen, und Herrn Kreispfleger HELM, Sehringen, für vielfältige Unter-
stützung und Auskünfte. Weiterhin dankt er Fräulein I. R. BRASE, Metallographin am Institut
für Metallkunde der Technischen Universität Berlin, für die Anfertigung der Schliffe und der
röntgenographischen sowie photographischen Aufnahmen.
1 Berlin 12, den 28. Dezember 1965
1. Einleitung
Die Ableitung des Gebrauchtwassers aus dem römischen Kurbad zu Badenweiler erfolgte
durch Bleirohre in östlicher und in westlicher Richtung. Diese noch vorhandenen Rohre
sind in Schächten zugängig. Aus dem westlich gelegenen Teil wurden für eine nähere
Untersuchung zwei Proben entnommen, deren Lage im Rohr aus der in Taf. 78,1 dar-
gestellten Skizze zu ersehen ist. Probe 1 wurde dem Verfasser von Herrn Kreispfleger
Helm aus Sehringen mit Schreiben vom 8. 12. und 16. 12. 1964 übersandt und erläutert.
Probe 2 wurde Anfang April 1965 gemeinsam durch Herrn Helm und den Verfasser ent-
nommen. Ziel der Untersuchung war es, Auskunft über die Zusammensetzung des Rohr-
materials und über die Herstellungsart zu gewinnen.
2. Beschreibung des Rohres in situ und der untersuchten Proben
Die aus der Kuranlage austretenden Rohre sind in den Schächten auf jeweils etwa 500 mm
freigelegt. In beiden Fällen haben die Rohre einen Durchmesser von etwa 230 mm bei
einer Wanddicke von etwa 5 bis 10 mm. Auf der Oberseite verläuft eine Längsnaht von
25 bis 35 mm Breite und etwa 15 mm Dicke, aus deren Aussehen auf das Vorliegen einer
Falznaht geschlossen worden war. Von dem Rohr auf der westlichen Seite waren offenbar
bereits zu früheren Zeitpunkten Teile entfernt worden. Etwa 250 mm von diesem
Rohrende entfernt ist ein klaffender Querriß erkennbar, der anscheinend durch einen
Spatenhieb verursacht worden ist.
Etwa 80 mm vom westlichen Rohrende entfernt verläuft über den Umfang des Rohres
eine Wulst (im folgenden als Querwulst bezeichnet), die z. T. von der Längsnaht überdeckt
ist. Wenn auch die Oberfläche des Rohres korrodiert ist, so ist der metallische Charakter
des Materials doch unverkennbar.
Taf. 78 zeigt die Probe 1, Taf. 79,1.2; 80,1 die Probe 2. Die Außenwand des Rohrmantels
ist jeweils verhältnismäßig glatt und mattgrau bis schwarz getönt, während die Innen-
wand ein schmutzig weiß-graues, völlig nichtmetallisches Aussehen hat; sie ist stark auf-
geraut und zerklüftet, also stärker korrodiert.
 
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