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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 23.1967

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https://doi.org/10.11588/diglit.44899#0299

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Buchbesprediungei

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Fachzeitschriften setzen sich die Abkürzungen der RGK wohl allmählich durch, doch sollte man
eine Vereinheitlichung schon mit Rücksicht auf ausländische Benützer anstreben,
Herausgebern und Verlag darf man für dieses Werk dankbar sein, dem Bearbeiter kann leider
nur postum der Dank ausgesprochen werden. A. Eckerle
Denkschrift zur Lage der Vorgeschichte. Im Auftrage der Deutschen Forschungsgemein-
schaft und in Zusammenarbeit mit zahlreichen Fachgelehrten herausgegeben von Prof.
Dr. Gerhard Mildenberger. Franz Steiner Verlag GmbH., Wiesbaden 1966. 47 Seiten.
Die Beurteilung der Situation in der Ur- und Frühgeschichtsforschung hängt weitgehend vom
Standpunkt der betroffenen Institution ab. Universitätsinstitute, Forschungsinstitute und Museen
haben nicht nur einen Nachholbedarf, sondern auch berechtigte Anliegen für den weiteren Aus-
bau ihrer Einrichtungen, wenn sie nicht den Anschluß an den internationalen Stand verlieren
sollen. Bei der Bodendenkmalpflege (leider fehlt ein besseres Wort) liegen die Verhältnisse
wesentlich anders. Das Hauptanliegen ist eine gute gesetzliche Grundlage, die in den meisten
Bundesländern fehlt. Dem Vorbild des früheren Landes Baden (jetzt Regierungsbezirk Südbaden)
mit seinem bewährten Bad. Denkmalschutzgesetz vom 12. Juli 1949 ist nur das Land Schleswig-
Holstein mit einem modernen Denkmalschutzgesetz vom 7. Juli 1958 gefolgt.
Der Mangel an gesetzlichen Grundlagen erschwerte und erschwert noch die Fundbergung gerade
zu einem Zeitpunkt höchsten Fundanfalls im ganzen Bundesgebiet. Der in den beiden letzten
Jahrzehnten entstandene Verlust an Bodenaltertümern und damit an Kulturgütern ist unermeß-
lich.
In der Praxis zeigt es sich doch immer wieder, daß durch die Arbeit der Bodendenkmalpflege
ständig neue Erkenntnisse gewonnen werden, die für die prähistorische Forschung zu neuen Er-
gebnissen führen. Der Bodendenkmalpfleger ist einfach überfordert, wenn er all das wissen-
schaftlich bearbeiten sollte, was die Fundbergung ergibt. Die enge Verbindung zur Forschung ist
nicht nur nützlich, sondern eine zwingende Notwendigkeit.
Fundbergung, Konservierung und Materialvorlage sind aber die Voraussetzungen für die wissen-
schaftliche Auswertung.
Neben dem in der Denkschrift gestreiften Personalbedarf ist ein weiteres Anliegen der Boden-
denkmalpflege eine bessere Einstufung im technischen Dienst, um ihn für den so dringend not-
wendigen Nachwuchs attraktiver zu gestalten.
Die Abhängigkeit von und die Verbindung der Forschung zur Bodendenkmalpflege sind in der
Denkschrift der DFG wohl etwas zu kursorisch behandelt. Diese ergänzenden Anmerkungen
erschienen deshalb erforderlich, sie beruhen auf langjährigen Erfahrungen im eigenen Bereich und
auf Beobachtungen in anderen Bundesländern, die vom Verband der Landesarchäologen in der
Bundesrepublik Deutschland e. V. aufmerksam registriert werden.
Es ist sehr schade, daß diese an sich begrüßenswerte Denkschrift so lange auf sich warten ließ.
Hoffentlich zeigen sich im Laufe der Zeit auch positive Auswirkungen für die Bodendenkmal-
pflege, die der DFG für vielseitig gewährte Hilfe zu Dank verpflichtet ist. A. Eckerle
 
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