Deutscher Wille: des Kunstwarts — 30,4.1917

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Air- rvre es -ie törren-err Rreise -ehrrt,

Dcr fühlst öu, öatz -ie Sröe stöhrrt:

Rot arrsblüht jeöes Gräberseld
Urr- üöerblutet -untel öie TVelt.

Aus Blühen unö Bluten singen öie Schnrerzen
Gö LZeimerr unö Grüften.

Aus allen Herzen

Steigen öie Stirnrnen ernxor zu öen Grzen
Unö segnen aus öen üetenöen Lüsten. . .

Stirnrnen öer Heirnat! Stirnrnen öer Lwigkeit!
Gl> Guch öie Leiber verglühn unö verschwelen,
Glocken, verwanöelt unö verbrannt,

Guch rnit euren vollsten Lhören,
HeirnatgloLen, weröen einst hören,
weröen eirrst singen hören öie Seelen,

Luch öen Frieöen öern Vaterlanö!

Unsre Bilder

as Bild von Karl Grirnm vor unserm Heft) und das Bild von
tzedwig Klemm-Iager — sie sind beide deshalb wertvoll,
weil sie die deutsche Stimmung bei Kriegsausbruch ganz als un-
mittelbare Dokumente wiedergeben. Für irgendwen> der jene Tage mit-
erlebte, brauchen sie keine Begleitworte. Während Grimm in einfaches
starkes Symbol zusammengefaßt hat, was das bedeutet: „der Mann
muß hinaus", hat tzedwig Klemm den Eindruck gestaltet, daß dunkle
Gewalten von ällen Seiten aufzuwachsen, daß der Himmel einzubrechen
schien. Die Erhabenheit des allgemeinen Aufstandes, der Einigkeit unsres
Volkes besiegte gottlob jene Stimmungen und besiegte sie schnell. Ist
aber an irgend einer SLelle im Vaterland etwas gewesen, das dem
entspricht, was durch Raemaekers' frechen Stift und durch Tausende von
Zeichnern, Schreibern und Schwätzern seiner Art der Welt als die
deutsche Stimmung bei Kriegsausbruch aufgelogen wurde?

Die Kopfleiste unsres tzeftes, von Fritz Philipp Schmidt, ist dem
„tzausbuch deutscher Lyrik" entnommen, das Schlußstückchen von Georg
Oskar Erler stammt aus dem Bande „Arbeiter" der Sammlung „Der
deutsche Spielmann".


Herausgeber: Or. b. e. Ferd. Avenarius in Dresden-Blasewitz; verantwortlich: der Herausgeber —
Verlag von Georg D. W. Callwey, Druck von Kastner L Eallwey, k. Hofbuchdruckerei in München —
In Sfterreich-Ungarn für Herausgabe und Schriftleitung verantwortlich: Or. Richard Batka in Wien XIIl/L.
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