Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 67.1930-1931

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victor hammer—florenz

gemälde »selbstbildnis«

VICTOR HAMMER-FLORENZ

In den letzten Jahren hat Victor Hammer sein
Oeuvre um manch neues Werkbereichert, aber
auch — während eines viermonatigen Aufent-
haltes in den Vereinigten Staaten — zahlreiche
neue Eindrücke gesammelt, die für seine weitere
Lebensgestaltung von wesentlicher Bedeutung
werden dürften. Denn im nächsten Herbst will
Hammer abermals nach Amerika gehen, in New
York zunächst eine Ausstellung veranstalten,
dann aber eine kleine Kolonie gründen, in wel-
cher er mit einigen jungen Leuten in demselben
handwerklichen Sinn arbeiten möchte wie jetzt
in Florenz, wo er nicht nur als Maler und Gra-
phiker, sondern auch als Buchdrucker tätig ist.

Wie einst der Engländer William Morris in seiner
berühmten Keimscott Press, arbeitet auch Ham-
mer in seinerFlorentiner Offizin an einer Erneue-
rung der Typographie, doch vernachlässigt er da-
rüber keineswegs sein eigentliches Metier. Die
Bildnisse, die wir hier reproduzieren, stammen
beide aus dem Jahre 1928. Das Selbstporträt be-
findet sich derzeit auf einer Ausstellung in Pitts-
burg. Es hat mit dem Halbakt neben maltech-
nischer Vollkommenheit noch das Eine gemein-
sam, daß es sich mit Blick und Geste unmittel-
bar an den Beschauer wendet und diesen durch
eine sog. „veredelte Sachlichkeit" unwidersteh-
lich in seinen Bann zieht. — dr. bans v. ankwicz.
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