Lucka, Wilhelm [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 27): Landkreis Uelzen — Braunschweig, 1984

Page: 141
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an der Einmündung der Kleinen Straße in die
Hauptstraße. Unter den ebenfalls vertretenen
reinen Massivbauten fällt Hauptstraße 18
(1909) auf, ein repräsentatives zweigeschos-
siges Wohnhaus in Ziegelmauerwerk mit
Putzblenden. Achterstraße 12 (ca. 1925) ist
ein reiner Ziegelbau, der seine Wirkung aus
der lebhaften Dachform und der Anordnung
der dunkel gebrannten Ziegel in reinen Läufer-
schichten bezieht.
Die Erweiterung des Dorfes entwickelte sich
seit Ende des 19. Jh. vom östlichen Ortsrand
ausgehend entlang der Hauptstraße. Eines
der ersten Häuser war ein kleines Querdielen-
haus in Fachwerk (Hauptstraße 22, ca. 1890),
die weiteren Häuser sind überwiegend trauf-
ständige Ziegelbauten.
RÖMSTEDT

Der Kern des Haufendorfes ist eingesenkt in
das Tal des Laufgrabens. Die Straße von Bad
Bevensen nach Himbergen teilt einen aufge-
lockerten südlichen Ortsteil von dem stärker
verdichteten nördlichen Bereich. Dieser wird
vor allem durch die parallel zum Bach geführte
Kirchstraße erschlossen, in deren gewunde-
nem Verlauf besonders massive Wohnhäuser
nach 1900 auftreten. Eine sowohl in ihrem
Straßenbild als auch in der Ortsansicht prä-
gnante Gruppe bildet die Kirche an der Ostsei-
te der Kirchstraße mit dem sich anschließen-
den Pfarrhof.
Die Kirche ist ein einschiffiger Backsteinbau
aus dem 15. Jh. mit einem polygonalen Chor.
Während der östliche Teil überwölbt ist, hat
der westliche Teil eine flache verputzte Bal-
kendecke. Als 1911 ein Westturm in Feldstein
und Backstein angebaut wurde, wurden auch
die Fassaden des Schiffes und die Fenster er-
neuert, erhalten blieb dabei jedoch das reich
profilierte Nordportal.
Das Pfarrhaus nördlich der Kirche ist ein gie-
belständiger Ziegelbau mit neugotischen Stil-
elementen. Zwischen der Kirche und dem
Pfarrhof das Kriegerdenkmal des Dorfes.
RÖMSTEDT-DRÖGENNOTTORF

Drögennottorf, ein kleines Haufendorf von ur-
sprünglich fünf Höfen, wurde bereits zu Be-
ginn des 19. Jh. am südlichen Ortsrand er-
weitert. Die Haupthäuser der locker bebauten
Höfe sind in Teilen massiv ersetzte bzw. ver-
stümmelte Hallenhäuser oder massive Wohn-
wirtschaftsgebäude mit quergestelltem Wohn-
teil. Unter diesen hat Nr. 1 (1896) sowohl im
Wohnteil wie im Wirtschaftsgiebel gut geglie-
derte Fassaden. Zu diesem Hof gehören auch
ein Hofschafstall (1839) und eine lange Fach-
werkscheune (1880). Weitere ältere Neben-
gebäude sind nur noch vereinzelt zu finden,
unter anderem zwei Scheunen (Nr. 4, 1839;
Nr. 5,1. Hälfte 19. Jh.). In dem jüngeren Sied-
lungsansatz stehen vor allem traufständige
massive Wohnhäuser um 1900.

RÖMSTEDT-MASBROCK

Masbrock am westlichen Niederungsrand des
Röbbelbaches ist ein geschlossenes Rund-
lingsdorf mit zwölf Höfen. Die erhaltene sekto-
renförmige Grundstücksaufteilung wird viel-
fach durch Feldsteinmauern markiert. Die von
Westen her kommende frühere Stichstraße
wird zu einem Platz ausgeweitet und - flan-
kiert von den Hauptgebäuden Nr. 3 und Nr. 6
- nach Norden wieder herausgeführt. Den
Eindruck des Dorfplatzes prägen Einfriedi-
gungen und Eichengruppen auf den Höfen. Es
überwiegen herkömmliche Wohnwirtschafts-
gebäude, die in unterschiedlichem Maße ver-
ändert sind. In der Stellung der jüngeren
Haupthäuser wird eine Abkehr von der tradi-
tionellen Rundlingsbebauung sichtbar: Nr. 2,
3,4, 5,6 (ca. 1880-1910) sind mit dem Wohn-
giebel zum Dorfplatz gerichtet. Die früher übli-
che giebelständige Stellung zeigen noch die
beiden älteren Haupthäuser, Nr. 10 (1771),
ein umgenutzter Zweiständer und Nr. 1
(1856), ein Vierständer. Fachwerkscheunen
und ältere Ziegelgebäude runden das ge-
schlossene Bild des Dorfes ab.

Römstedt, Nr. 20, Pfarrhaus, um 1870


Römstedt-Drögennottorf, Nr. 1, 1896


Römstedt-Drögennottorf, Nr. 5, Scheune,
1. Hälfte 19. Jh.


RÖMSTEDT-NIENDORF I

Niendorf I hat eine aufgelockerte, weitläufige
Struktur. In den Straßen treten wechselnd Ge-
bäudegruppen und ausgedehnte freie Flä-
chen mit z.T. üppigen alten Baumgruppen in
Erscheinung. Sie werden eingegrenzt durch
lange Mauern, die in trockenem Verbund aus
unbearbeiteten und gespalteten Feldsteinen
aufgeschichtet sind. Besonders die Einfriedi-
gungen des ausgesprochen großflächigen
Hofes Nr. 1 prägen das Ortsbild, aber auch die
Mauern der etwas kleineren Höfe (Nr. 2, 4, 6)
tragen dazu bei. Unter den Gebäuden sind
jüngere Wohnwirtschaftsgebäude recht häu-
fig-

Römstedt-Masbrock, Nr. 10, 1771


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Römstedt, Ev. Kirche, 15. Jh./1911


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