Lucka, Wilhelm [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 27): Landkreis Uelzen — Braunschweig, 1984

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UELZEN-BORNE

Borne liegt ca. 1 km östlich von Holdenstedt in
ebenem freien Gelände. Auf der Verkoppe-
lungskarte von 1855 ist die ursprünglich rund-
lingsartige Ortsanlage noch erkennbar, bei
der die Hauptgebäude der acht Höfe größten-
teils auf eine kurze Stichstraße ausgerichtet
sind. Diese Ortsform wird in dem heutigen Ge-
bäudebestand nicht mehr erlebbar. Erhalten
sind zwei Zweiständerbauten aus dem Jahre
1752: das alte Haupthaus des Hofes Nr. 2 wird
verdeckt durch das neue Wohnhaus. Nr. 6 ein
gut erhaltener Bau an der Durchgangsstraße,
wird ergänzt durch einen kleinen 1 y2-geschos-
sigen Treppenspeicher aus der Bauzeit des
Hauptgebäudes.
UELZEN-GROSS LIEDERN

Durch den Elbe-Seitenkanal von den Wohn-
siedlungen am östlichen Stadtrand Uelzens
abgesetzt, liegt das Haufendorf Groß Liedern
am Rande einer kleinen Niederung. Die Ver-
koppelungskarte von 1825 zeigt eine anger-
dorfartige Ortsform, bei der die 20 ursprüngli-

Baumschulenweg 31,33,1927, Architekt Pfeiffer


Linsingenstraße 10, 12,1927


Ebstorfer Straße 37, um 1905


chen Höfe des Dorfes recht regelmäßig bei-
derseits einer mittigen Erschließungsstraße,
der heutigen St. Georg Straße, aneinanderge-
reiht sind. Durch die in der 2. Hälfte des 19. Jh.
einsetzende Bebauung entlang der den alten
Ortskern tangierenden Durchgangsstraße so-
wie durch ein neueres Einfamilienhausgebiet
im Westen wurde der Ort zunehmend erwei-
tert.
Die in der westlichen Hälfte erhaltenen, brei-
ten Vierständerbauten sind alle in unter-
schiedlichem Maße verändert. Im Verlauf der
Salzwedeler Straße verbinden sich die Giebel
bäuerlicher Wohn- und Wirtschaftsgebäude
zu einer von Westen her reizvollen Abfolge.
Zu der Gruppe gehört auch das 1856 erbaute
Arbeiterwohnhaus (Salzwedeler Straße 45).
In ihrer Mitte weitet sich die St. Georg Straße
zu einem Platz auf, dem durch eine niedrige
Mauer eingefriedigten Kirchhof, in dessen Mit-
telpunkt die St. Georg Kapelle steht. An den
einschiffigen Ziegelbau mit 5/10-Schluß und
Südportal aus der Mitte des 15. Jh. wurde ein
quadratischer, nach oben sich verjüngender
Westturm gebaut, hinter dessen Ziegelwän-
den sich einer der ältesten erhaltenen Glok-

kenstühle Niedersachsens (möglicherweise
um 1500) verbirgt. Der Schnitzaltar ist eine
qualitätsvolle Arbeit aus dem Anfang des
16. Jh.
An der Ostseite des Kirchhofs, zurückliegend
hinter einer Eichengruppe, eine Scheune von
1797 (St. Georg Straße 5).
Ende des 19. Jh. setzte auch in Groß Liedern
der Bau freistehender Wohnhäuser ein, eines
der ersten war der in neugotischen Formen
gehaltene Ziegelbau auf dem an den nordöst-
lichen Ortsrand ausgesiedelten Hof (St.
Georg Straße 21,1897).
UELZEN-HALLIGDORF

Die ursprüngliche Ortsform eines geschlosse-
nen Rundlingsdorf im Bereich westlich der
Durchgangsstraße wurde nach der vollständi-
gen Zerstörung durch einen Brand 1874 nicht
wieder aufgenommen. Die Hofstellen wurden
mit größeren Abständen voreinander neu an-
gelegt und mit Eichengruppen umgeben. Die
Bausubstanz umfaßt fast ausschließlich um
1875 gebaute massive Hauptgebäude sowie

Uelzen-Groß Liedern, St. Georg Straße 21,1897


Uelzen-Borne, Nr. 6,1752


Uelzen-Groß Liedern, Kapelle St. Georg, 15. Jh.


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