Lucka, Wilhelm [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 27): Landkreis Uelzen — Braunschweig, 1984

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ne portalartige Einfassung betonen den hier
gelegenen Haupteingang.
LÜDER-RÖHRSEN

Die neun Höfe Röhrsens sind regelmäßig ent-
lang des Rohrsener Baches aneinanderge-
reiht. Der Bruchwald in der Niederung reicht
bis an die Höfe heran. Seit der in der 2. Hälfte
des 19. Jh. erfolgten Straßenbegradigung
wurde eine traufständige Gebäudestellung
direkt an der Straße bevorzugt, so daß das
Ortsbild heute durch die Aneinanderreihung
traufständiger Hauptgebäude und Scheunen
bestimmt wird, unter denen sich auch ein gut
erhaltener Vierständerbau findet (Nr. 7, 2.
Hälfte 19. Jh.).
NATENDORF

Natendorf setzt sich zusammen aus den frü-
her getrennten Dörfern Natendorf, dessen
Kern westlich der Nate liegt, und Golste auf
der östlichen Seite. Der bebaute Bereich liegt
in einer Senke inmitten einer hügligen, mit

Lüder-Reinstorf, Nr. 25,1782


Lüder-Reinstorf, Nr. 1, um 1920


Natendorf, Golster Straße 1, Scheune, Ende 16. Jh.


fruchtbaren Flottsandböden (sogenannte
„Klei“) bedeckten Landschaft.
NATENDORF
Natendorf wird 1192 in einer Schenkungsur-
kunde Kaiser Heinrich VI. erstmals urkundlich
erwähnt. Seit Ausgang des Mittelalters be-
stand das Dorf aus einem großen Meierhof,
fünf davon abhängigen Koten, Kirche und Kü-
sterei.

Ev. Kirche
In der ungestörten Ansicht des Ortes von We-
sten zeichnet sich die Kirche vor dem Hinter-
grund des Auenwaldes ab. Sie wurde 1790 als
rechteckiger Saalbau in Ziegelmauerwerk auf
einem hohen Feldsteinsockel errichtet. Die
polygonale Sakristei am Ostgiebel ist eine
spätere Zutat, ebenso der Westturm mit sei-
ner geschwungenen Haube (1905).

Gut erhalten ist die Gebäudegruppe des süd-
lich der Kirche gelegenen ehemaligen Meier-
hofes (Golster Straße 1). Dazu gehören ein
Zweiständerhaus (1836), ein Treppenspei-
cher (1799), Scheune (1826) und Kate (1850),
außerdem eine bemerkenswerte große
Scheune in Bohlenständerbauweise und An-
kerbalkenzimmerung. Die Zierformen der
Knaggen und die Konstruktionsart lassen eine
Datierung in die 2. Hälfte des 16. Jh. als wahr-
scheinlich gelten.
Die Ortsdurchfahrt wird flankiert von dem frü-
heren Küsterhaus (Golster Straße 3, 1836)
und den kleineren Wohnwirtschaftsgebäuden
der Koten nördlich der Straße, darunter ein
Vierständerbau (Golster Straße 2,1810).

GOLSTE
Östlich der Nate führt die Golster Straße in ei-
nem weiten Bogen zwischen einer Reihe von
alten Höfen an der Südseite und seit dem
19. Jh. nachgesiedelten Höfen an der Nord-
seite hindurch und verläßt nach zwei scharfen
Knicken als feldsteingepflasterte schmale
Dorfstraße den unregelmäßig gegliederten
Kern Golstes.
Das Bild der südlichen Straßenseite wird ge-
prägt durch mehrere in unterschiedlichem Ma-
ße erhaltene Wohnwirtschaftsgebäude in
Fachwerk. Die Zweiständerbauten stehen da-
bei in giebelständiger Stellung zur Straße
(Golster Straße 9, 1657; 19, 1764; 21, 1787;
23, 1817; 27, ca. 1820), während bei den nur

Natendorf, Ev. Kirche, 1790


Natendorf, Golster Straße 2,1810


Natendorf, Golster Straße 1,1836


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