Lucka, Wilhelm [Hrsg.]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 27): Landkreis Uelzen — Braunschweig, 1984

Seite: 147
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der in der Flurkarte von 1845 als Schweine-
weide des Dorfes bezeichnet ist. Am Dorfplatz
stehen zum einen traufständige Wohnhäuser
wie der Ziegelbau Nr. 6 (ca. 1910), zum ande-
ren giebelständige Hallenhäuser aus der 1.
Hälfte des 19. Jh. wie der Vierständer Nr. 4
(1835) und einzelne Wirtschaftsgebäude.
STADENSEN

bengebäuden stammt die Bebauung aus dem
20. Jh., traufständige Ziegelbauten herrschen
vor. Erwähnenswert ist das kleine Mühlenge-
bäude (1777) in Fachwerk mit seinem Stau-
wehr am südwestlichen Ortsausgang.
STADENSEN-BREITENHESS

Der Wohnplatz Breitenhees entstand um
1830 an der alten Straße von Lüneburg nach
Braunschweig inmitten des Staatsforstes
Sprakensehl. Das Brunnenhäuschen gehörte
wohl zu dem damals eingerichteten Forst-
haus.

STADENSEN-HAMBORG

STADENSEN-NETTELKAMP

Stadensen-Hamborg, Nr. 3,1771

Stadensen-Nettelkamp, Ev. Kirche St. Martin

Stadensen-Nettelkamp, Ev. Christuskirche

Stadensen liegt inmitten einer vom Uelzener
Becken vorgeschobenen Bucht zwischen den
bewaldeten Wierener Bergen im Osten und
den Blauen Bergen im Westen. Der histori-
sche Ortskern liegt östlich des Eisenbaches,
ein neuer Ortsteil entstand westlich davon.
Das Dorf, das zu Beginn des 19. Jh. aus 34 zu-
meist kleineren Hausstellen bestand, wurde
nach einem großflächigen Ortsbrand (1801)
neu geordnet. Die damals realisierte Anlage
mit zwei Längsachsen parallel zum Bach wur-
de Mitte des 19. Jh. im Zuge der Verkoppelung
durch die Straße am östlichen Ortsrand ver-
vollständigt. Die mittlere Achse ist besonders
breit und durch eine Lindenallee in ihrer Mitte
geteilt. Abgesehen von wenigen kleineren Ne-

Stadensen-Breitenhees, Brunnen

Hamborg am Fuße der Wierener Berge be-
stand ursprünglich aus vier Höfen in einer
heute unkenntlichen rundlingsartigen Anord-
nung. Neben dem Hof Nr. 1 mit Fachwerkge-
bäuden aus der 2. Hälfte des 19. Jh. ist mit Nr.
3 (1771) ein früher Vierständerbau erhalten.
Ungewöhnlich ist die dekorative Anordnung
der Ständer in seinem Giebel.

Soltendiek-Varbitz, Nr. 4, 1835

Nettelkamp ist ein unregelmäßig gegliedertes,
z.T. dicht bebautes Haufendorf, das von einem
engmaschigen Netz schmaler Dorfstraßen
durchzogen wird. Ursprünglich aus 23 Höfen
bestehend, wurde es seit Mitte des 19. Jh. an
den Rändern erweitert. Ländliche Wohnhäuser
und Wohnwirtschaftsgebäude in Ziegelmauer-
werk prägen das Straßenbild. In den Ortsan-
sichten von Westen und Süden bilden die Spit-
zenzweier Kirchtürme Dominanten.
Ev. Kirche St. Martin
Die St. Martins-Kirche steht auf dem erhöhten
Kirchhof in der Mitte des Dorfes. Das Schiff
wurde nach der Zerstörung in der Hildeshei-
mer Stiftsfehde (1519) wieder aufgebaut, wo-
bei die Reste der Feldsteinmauer des goti-
schen Vorgängerbaus mit einbezogen wur-
den. Die Wände von Schiff, Chor und Sakri-
steianbau sind glatt verputzt und kontrastieren
zu dem Ziegelmauerwerk des 1882 angebau-
ten neugotischen Westturmes. Der barocke
Kanzelaltar aus dem 18. Jh. ist dem der Su-
derburger Kirche ähnlich.

Stadensen, Nr. 3, Mühle, 1777

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