Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 26.1915

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INNEN-DEKORATION

ARCH1T. STEINBACH & LUTTER

VERWALTUNGS-GEBÄUDE STAHLWERK HÖSCH

VERWALTUNGSGEBÄUDE DES STAHLWERKES HÖSCH A.-G.

ERBAUT VON ARCHITEKTEN STEINBACH & LUTTER-DORTMUND

Im äußersten Nordviertel der Stadt Dortmund liegt das
Eisen- und Stahlwerk Hösch, dessen Walzen und
Hämmer Tag und Nacht arbeiten, dessen Hochöfen nie
erkalten und wie Burgen in rote Glut getaucht sich vom
nächtlichen Himmel abheben. Im Verein mit Verwaltungs-
gebäuden, Wohlfahrtsanstalten und Wohngebäuden für
Beamte und Arbeiter bildet das Werk einen bedeutenden
Teil der an industriellen Anlagen so reichen Stadt.

Die machtvolle Entwicklung des Werkes während der
letzten Jahre, die stetig wachsende Zahl der technischen
und kaufmännischen Beamten bedingte neben den ständig
sich erweiternden Fabrikneubauten die Neuschaffung eines
umfangreichen Verwaltungsbaues. Und ist es den Ar-
chitekten Steinbach & Lutter—Dortmund gelungen, ein
Bauwerk zu schaffen, das ebensowohl einer würdigen
Repräsentation dient, als auch den vielfältigen Anfor-
derungen des gewaltigen Betriebes völlig gerecht wird.
Durch die besonderen örtlichen Verhältnisse und den
Zweck des Hauses war den beauftragten Architekten
die Marschroute vorgeschrieben. Vor allem handelte es
sich darum, eine Flucht von hellen tiefen Sälen zu schaf-
fen, die nicht von Treppenhäusern unterbrochen werden

aber beliebig, je nach Bedarf in einzelne Abteilungen
aufgeteilt werden können. Daß alle Errungenschaften
der Neuzeit, wie Warmwasser- und Warmluft-Heizung,
Fernthermometer, Aufzüge und Paternosterwerke für
Personen und Akten, Rohrpost usw., dienstbar gemacht
wurden, um Arbeitsräume zu schaffen, die den höchsten
Anforderungen der Hygiene und einer rationellen Be-
tätigung zu genügen, war schon bedingt, durch die Größe
und den Wert des Gebäudes. Eine besonders sorgfältige
Ausgestaltung wurde den Repräsentations-Räumen, den
Wartezimmern sowie den Arbeitszimmern der Direktoren
zu teil. Aber auch hierbei sollte jeder Luxus vermieden
werden. So erhielten sie denn trotz der Verwendung
von edlen Hölzern eine einfache, aber in jeder Hinsicht
gediegene Ausstattung, ganz unter den Gesichtspunkten
der Dauerhaftigkeit und Zweckmäßigkeit. Im Innern des
Gebäudes wurde von edlen Gesteinen — außer dem
harten Granit der Treppen — Abstand genommen. Da-
gegen verwendeten die Architekten mit gutem Ergebnis
ein Material der jüngsten Zeit, den sog. Steinputz.
Wände und Decken der Halle des Haupttreppenhauses
sowie der Vorhalle, sind damit bekleidet, und es ist den
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