Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 25.1909-1910

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EINIGES UBER FALSCHERKÜNSTE

Von Arthur Roessler

(Schluß) «

iihrstück, das sich vor Rente von sechshundert Franken unter der \<
einigen Jahren in Paris abspielte, hatte ein sonderbaren Bedingung vermacht hatte, daß sie \.

Falschmaler die Hauptrolle mit seltener Ge- das bewundernswerte Konterfei ihres einstigen ^
wandtheit seiner eigenen Mutter zugeteilt. Gebieters niemals verkaufe. M

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Er kannte einen leidenschaftlichen Bewun- Dieses unverkäufliche Bild versetzte natür-

derer von Greuze. Für diesen Kunstfreund lieh den Liebhaber in Aufregung und war es W

mußte sich die gute Frau in die ehemalige schon nicht zu erwerben, so durfte man es ö|

Haushälterin eines Edelmanns verwandeln, des- wenigstens sehen. Er sah es und fand es vor-

sen Bildnis von dem berühmten Maler des trefflich, und nun war es um seine Ruhe ge-

„Zerbrochenen Kruges", jenes allgemein be- schehen. Er bot endlich der Hüterin des Meister- m

kannten Bildes im Louvre, von dem ein Stich Werkes eine Rente von zwölfhundert Franken, r)

Kleist die Idee zu seinem Lustspiel gegeben Die ehrwürdige Dame bekreuzte sich anfangs, ^

zu haben scheint, angefertigt worden war, und ließ sich jedoch nach und nach erweichen, und ^5

der seiner treuen Dienerin eine bescheidene lieferte endlich den Greuze aus, wobei sie ihr ^

ferdinand hodler holzhauer (studie)

a'.v. Ausstellung der Berliner Secession — Mit Genehmigung des Kunstverlags H. 0. Miethke, Wien

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