Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 25.1909-1910

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DIE NEUE SECESSION

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CLAUDE MONET SEINEBRÜCKE

XX ^iussfe/fung der Berliner Secession

An abschließenden Arbeiten fehlt es dieser ersten Aber man wird gut tun, aus dieser ersten Aus-
Ausstellung der neuen Secession gewiß noch sehr. Ab- Stellung, die allzu eilig Zustandekommen mußte, noch
hängigkeiten sind überall zu bemerken,
und doch hat man das Gefühl, daß eine
neue Art imWerden ist, es sind nicht mehr
nur unbestimmte Versuche, sondern es
ist ein sehr bewußtes Vorwärtsschreiten.

Man kann es begreifen, daß die Ber-
liner Secession sich weniger gegen den
einzelnen, dessen Arbeit die Zurück-
weisung vielleicht nicht rechtfertigte,
als gegen die Richtung als solche zur
Wehr setzte. Und doch war es sicher
nicht klug, die junge Generation so ent-
schieden auszuschließen. Wollte man
sich mit ihr nicht identifizieren, so wäre
es vornehmer, vielleicht auch klüger ge-
wesen, statt mit Sonderausstellungen
die Räume zu füllen, den Jüngeren selbst
zwei Säle zur Verfügung zu stellen, in
denen sie auf eigene Verantwortung
ihre Arbeiten dem Publikum hätten zei-
gen können. So wäre eine Spaltung ver-
mieden worden, die keiner der beiden
Parteien von Nutzen sein wird. Denn
die alte Secession verschließt sich selbst
eine Quelle der Verjüngung, und der
neuen fehlt es an der Reife und Abge-
schlossenheit, diezueinerselbständigen LEO VON KÖNIG IM BOHEME-CAFE
Organisation unerläßlich scheinen. XX. Aasstellung der Berliner Secession

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