Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 76.1926

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HAUPTEINGANG ZUM VI K T O R I A TH E ATE R IN PFORZHEIM
LORSCHEIDT, ARCHITEKT KNUT ANDERSON, BILDHAUER

KNUT ANDERSON

Wenn heutzutage ein Künstler so rasch allge*
meiner von sich reden macht, so kann das — gerade
heutzutage — sehr verschiedene Gründe haben.
Knut Anderson ist sehr rasch weit über die Gren*
zen seines engerenWirkungskreises hinaus bekannt
geworden. In seinem Falle ist es der heute mehr
und mehr erwachende Sinn für Qualität, welcher
das Bekanntwerden und die Popularität des Künst*
lers in ausnehmender Weise förderte.

Es scheint für die ernsteren Kunstkreise von heute,
die — mangels einer einheitlichen Kulturgrundlage
und dank eines beherrschenden Historismus — in
ganz anderer Weise als frühere Zeitalter in den man«
nigfaltigsten Sehformen geübt und praktisch sind, in
einem gesteigerten Grade unerheblich, ob die neuen

Dinge, welche ihnen begegnen, malerisch oder
linear, tektonisch oder atektonisch, nordisch, mit*
telmeerländisch oder orientalisch bestimmt sind —
wenn nur einmal Qualität sich zeigt.

Knut Anderson kommt mit sehr guten Vorbe«
dingungen und aus einer sehr guten Schule. Er hat
den segensreichen Vorzug des Berufenen, immer
noch weiter dazu zu lernen und jedesmal wieder
mehr abgeklärt sich zu zeigen. Von Geburt aus ist
er Schwede. Er ist 1884 in Jöngköping geboren.
Von seinem 14. bis 23. Lebensjahr fand er Unter*
rieht und Beschäftigung bei den schwedischen
Bildhauern Sven Buberg und Karl Chrjstensen,
welche beide ihre Ausbildung in Paris erhalten
hatten. Sein Lerneifer brachte ihn darnach noch eine

Kunst und Handwerk 1926. 3. Heft

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