Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 76.1926

Page: 176
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zum Glanz dieser Persönlichkeit, daß sie Spätere zum
Weiterdenken verpflichtet. Inzwischen mag der Zeitab-
lauf nach Gesetzen, die wir nicht kennen, seine Wert-
prägung vollenden. Hans Rose
Georg Lehnert, Geschichte des Kunstgewerbes
(Sammlung Goeschen, Verlag Walter de Gruyter & Co.,
Berlin-Leipzig, M. 1.50). Dem Band I „Das Kunstgewerbe
im Altertum", der 1921, und Band II des K.-G. der vor-
romanischen und romanischen Zeit, der 1912 erschienen
ist, folgt nunmehr Band III „Das Kunstgewerbe der Gotik".
Der Verfasser, Professor an der Technischen Hochschule
in Berlin, gibt im engen Zusammenhang mit der politischen
und Kulturgeschichte einen knappen Überblick über die
gotische Kunst. Von der Baukunst ausgehend, werden un-
ter Erörterung der technischen Möglichkeiten alle Hand-

werkskünste der Zeit, vor allem die Bildmalerei, Metall-
bearbeitung, Schmelzkunst, Elfenbeinschnitzerei, Glas-
malerei, Keramik behandelt. Dem handlichen Bändchen
sind 32 Bildtafeln und ein Literaturnachweis beigegeben.
H. C. C. Wach, Unterwegs mit Pinsel und Stift
(Erstes Sonderheft der Deutschen Bauzeitung 1926, Ver-
lag der Deutschen Bauzeitung G.m.b.H., Berlin SW 11,
geh. 6 M.). Eine ohne bestimmtes Leitmotiv ausgewählte
Zusammenstellung von 40 Architekturzeichnungen aus
allen Teilen Europas, wobei Deutschland überwiegt und
unsere engere Heimat stark vertreten ist. DieMehrzahl sind
Bleistiftzeichnungen, durchweg ergibt sich geschlossene
Bildwirkung und eine sachliche Betonung der architekto-
nischen Wirkung. Als Text ist nur ein kurzes Geleitwort
beigefügt. P. n.

KLEINE MITTE ILUNGEN

Warnung vor einem Preisausschreiben. In den
Tageszeitungen wurde ein Preisausschreiben für ein Denk-
mal des Präsidenten Juan Rafael Mora in San Jose, Costa
Rica, veröffentlicht, das verschiedene für die Bildhauer un-
günstige Bestimmungen enthält. Der Reichswirtschafts-
verband bildender Künstler hat vergeblich versucht, eine
Abänderung herbeizuführen.

Wettbewerbde s Wür 11. Landesgewerbemuseums.
Auf Antrag der Firma Matth. Hohner A.-G. in Trossingen
hat dasWürtt. Landesgewerbemuseum einenWettbewerb
für Entwürfe zu einer Mundharmonika nebst zugehö-
rigerPackung ausgeschrieben. Einlieferungsrermin ist der
15. Dezember, die zwölf Preise sind von M. 2000. — bis
M. 200.— abgestuft. Näheres im Sekretariat.
Städtische Galerie Nürnberg. Die vor wenigen
Jahren ins Leben gerufene moderne Sammlung, die von
Prof. Dr. Fritz Traugott Schulz geleitet wird, hat die Neu-
erwerbungen des Verwaltungsjahres 1925/26 ausgestellt:
An älteren Werken wurden die Wiener Schule der ersten
Hälfte des 19. Jahrhunderts mit vier Bildern von Wald-
müller und je einem von Peter Fendi und Karl Schindler
bevorzugt. Daneben finden sich Fcrd. von Rayski, Moritz
von Schwind, Fr. v. Amerling, Adolf Menzel, Anselm
Feuerbach, Hans von Marees. Auch Leibi, Uhde, Hans
Thoma, Trübner. Von den Lebenden sind Hans von Volk-
mann, Fritz Erler, Julius Diez, Adolf Gerstenbrand zu
nennen, auch der jüngst verstorbene Albin Egger-Lienz.
Plastiken wurden u. a. von Bernhard Bleeker und Franz von
Stuck erworben. Nimmt man hinzu, daß die genannten
Ankäufe nur einen Teil der Erwerbungen ausmachen und
auch eine Reihe ortsansässiger Künstler bedacht wurden,
so ergibt sich ein erfreulicher Eindruck von der Entwick-
lung des jungen Instituts.

KleineMünchner Chronik. In derGalerieThann-
hauser stellte Josef Bergmann eine Gruppe vonEntwürfen
und Werkzeichnungen fürWand-undGlasmalerei, haupt-
sächlich solche aus dem Gebiete der kirchlichen Kunst aus.

Prof. Müller-Wischin veranstaltete in der Galerie Heine-
mann eine größere Sonderausstellung. In den Räumen der
Gesellschaft für christliche Kunst wurden Graphik und
Bildmalereien der Schule Blocherer-Boßhardt in einer
mehrwöchigen Ausstellung gezeigt. Die Ausstellung Alte
und neue Keramik in der „Neuen Sammlung"ist bis Mitte
Januar 1927 verlängert. Im Rahmen der eisenbahnwissen-
schaftlichen Woche München 1926 hielt Baurat Buchner
einen Lichtbildervortrag über „Neuere Eisenbahnhoch-
bauten in Süddeutschland", der in den allgemeinen und
grundsätzlichen Ausführungen über die Wertung und die
Ziele des Eisenbahnhochbaues ebenso bemerkenswert wie
durch das reiche, gut gewählte Bildermaterial interessant
war.

Die Argonauten veranstalten im Laufe des
Winterhalbjahrs zehn Abende teils literarischen, teils
musikalischen Inhalts und haben hierfür bedeutende Per-
sönlichkeiten u. a. HeinrichWölfflin,Hugo von Hofmanns-
thal, Peter Dörfler, Heinrich Mann, Josef Ponten gewon-
nen. Ihr Ziel ist, die lebende Dichtung zu fördern und die
Verbindung mit der zeitgenössischen Literatur und dem
heutigen Geistesleben zu vermitteln. Die sehr niedrig be-
messenen Beiträge (10 M. für 10 Abende) und Eintritts-
gebühren für einzelne Abende ermöglichen es weitesten
Kreisen, an diesen verdienstlichen und für München be-
deutungsvollen Bestrebungen teilzunehmen.
Banknoten-Wettbewerb derReichsbank. Das
Preisgericht hat einen der dritten Preise in Höhe von
M. 3000.— Prof. Willy Geiger-München zuerkannt. Auch
Jos. Gangl-München erhielt einen Preis von M. 500.—.
Ausstellung Aachen. Die auf Einladung des
Prof. Karlinger für die Weihnachtszeit geplant gewesene
Ausstellung bayerischen Kunsthandwerks im ReifF-Mu-
seum in Aachen wurde auf Frühjahr 1927 verschoben. Sie
soll in größerem Rahmen und gemeinsam mit demMünch-
ner Bund veranstaltet werden.

Der Bayerische Gewerbebund (gegr. 1883) hat

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