Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 76.1926

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Abb. 6.

Rokokokelch aus Groß-Chergied

Abb. 5.
Barockkelch aus Petschendorf

Abb. 7.
Empirekelch aus Hohnbadi

dies der Lohn für ihre Treue zum Deutschtum und das untergegangen. So aber haben sie sich aus den schwer-

gegenseitig unverbrüchliche Zusammenhalten. Denn sten Zeiten immer wieder zu Bedeutung und WohL

im anderen Falle wären sie bei der unverhältnismäßig standemporgearbeitetundzwarnurdurchbewunderns*

kleinen Zahl im Strom der Völker des Ostens spurlos werte, zielbewußte Selbsthilfe. Dr.Chr.Klaiber,Ulm.

BUCHER BESPRECHUNGEN.

Hans Kiener, Italienische Kunst vom 15. bis 18. Jahr-
hundert. I. Band: Kunst der Frührenaissance in Mittel-Italien.
(Jedermanns Bücherei, Verlag Ferd. Hirt, Breslau, 1925, 108 S.,
56 Abb.) Dieses handliche und wohlfeile Buch stellt eine
beachtenswerte kunstgeschichtliche Neuerscheinung dar. Nicht
trockenes Wissen noch schmackhaft bereitete Betrachtung, sondern
ein lebendiges packendes Bild der Renaissance wird hier geboten.
Nur überlegenes abgerundetes Wissen gepaart mit seltener Dar»
Stellungsgabe kann diese auch vom lehrtechnischen Gesichtspunkte
aus interessante Einführung in das weite Gebiet der Renaissance»
kunst geben. Die Anknüpfungen und Vergleiche mit verwandten
Vorgängen und Entwicklungen, das tiefe Eingehen in das eigent-
liche Wesen des Kunstschaffens und vor allem die Hervorkehrung
des schöpferischen Menschen, aber auch der lebendigen Volks-
massen und Strömungen dieser Zeit läßt die gewaltigen Werke
der italienischen Renaissance gleichsam vor den Augen der Leser
erwachsen und lenkt den Blick auch auf andere Kulturgebiete,
auch auf politische Zustände, eben auf alles das, wovon das Ent-
stehen jener künstlerischen Blütezeit nicht getrennt werden kann,
wenn nicht die Betrachtung der überkommenen Werke zu einer
trockenen einseitig fachmännischen Abhandlung werden soll. So
aber entsteht eine von Begeisterung getragene plastische Dar-
stellung, es ist ein Einleben,ein Verstehenlernen von immer neuen
Gesichtspunkten aus, auch beschränkt sich der Verfasser keines-
wegs auf die meist bekannten Prachtstücke, sondern weiß gerade
aus weniger Bekanntem das Charakteristische herauszuholen.

Dankbar wird es der deutsche Leser begrüßen, daß über der Be-
wunderung der großen Schöpfungen der Florentiner und Umbrer
unsere deutsche Kunst der damaligen Zeit nicht vergessen, sondern
ihrer mit warmherziger Verehrung gedacht wird.

Innendekoration. Die gesamte Wohnungskunst in Bild und
Wort. Herausgeber: Hofrat Alexander Koch. 37. Jahrg. Januar»
heft Preis Mk. 3.—. Den 37. Jahrgang eröffnet diese, auf dem
Gebiet der künstlerisch gesehenen und aus dem Volkstum schöpfen»
den Wohnungskultur führende Zeitschrift, mit einer bedeutsamen
Publikation über das Eigenheim des Herausgebers. Im Vorwort
schildert Alexander Koch, wie die Schaffung seines Eigenhauses,
die Summe von Erwartungen einer in Jahrzehnten für die höchste
Kultur im Wohnen geschulten Psyche erfüllt. Das Eigenheim
ist nicht bloß das Ideal, weil die Betätigung der letzten künst-
lerischen Freiheit von Bauherr und Bauendem, der reinste Aus-
druck und das Endziel der geprägten Persönlichkeit, sondern, vom
Volksganzen aus gesehen der Born, aus dem das Belebende, die
Anregung, der Fortschritt, für die Etage, für den Mietsraum trotz
aller Beschränkungen, diediesem nivellierenden Wohnen anhaften,
fließt. Eine Reihe interessanter Textbeiträge erläutert diese Ge-
danken, so „Der ewige Süden", in dem als Eigenart des Archi-
tekten Eduard Pfeiffer, München der Satz behandelt wird „Alle
Form und aller Leib sind von Süden, alle Seele und Sehnsucht
sind von Norden". Im Mittelpunkt steht selbstverständlich
das Haus Alexander Kochs mit einer großen Anzahl von Ab-
bildungen, darunter2Farbbeilagen.Abereswirdvondem führen-

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