Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 76.1926

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in der Breitform und damit die Möglichkeit des Zu-
sammenspiels mit der Vorderfläche des Pferdes. Es
ist sehr schön, wie Pferd und Reiter aus unter sich ver-
wandten gekrümmten Flächen modelliert sind, wie
das Gefüge von Außen- und Innenkonturen sich aus-
einander entwickelt, und gegenseitig Bezug nimmt,
wie das Ganze durchwaltet ist von einem einheitlichen
Rhythmus.

Eine sichere Beherrschung der Natur ist die Vor-
aussetzung für die optisch reife Durcharbeitung und

die sichere Akzentuierung der organischen Form, nicht
minder wie für die Durchbildung des Stimmungs-
mäßigen, des seelischen Gehalts.

Die ganze Schwere des heroischen Ringens kommt
in der geistig konzentrierten Kraft des Reiters, in dem
müden Pferd mit gesenktem Kopf, im Fallen der Kon-
turen zum Ausdruck. Wichtig nicht nur für den
Rhythmus der Massen, sondern auch für den Aus-
druck des Schweren, Unüberwindlichen ist der unter
dem Pferd stehengebliebene Stein. Hans Kiener

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