Kunstgewerbeblatt: Vereinsorgan der Kunstgewerbevereine Berlin, Dresden, Düsseldorf, Elberfeld, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, Karlsruhe I. B., Königsberg i. Preussen, Leipzig, Magdeburg, Pforzheim und Stuttgart — NF 20.1909

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NEUE GUSSEISERNE ZIERÖFEN







JLJa

NEUE GUSSEISERNE ZIERÖFEN

DIE Reform der Innenausstattung unserer Woh-
nungen hat sicherlich in den letzten Jahren ent-
schiedene und einschneidende Fortschritte ge-
macht, dank der unermüdlichen Arbeit künstlerischer
Kräfte, dem Entgegenkommen der industriellen Kreise
und der aufklärenden Werbearbeit der einschlägigen
Zeitschriften. Am wenigsten erfolgreich erwiesen haben
sich die Reformversuche an den Heizeinrichtungen der
verschiedenen Systeme und Betriebsarten. Allerdings
sind bei unseren Öfen ganze Komplexe von Vorbe-
dingungen heiztechnischer und ästhetischer Art zu
erfüllen, die einer Wandlung im Bau und Aussehen
entgegenwirken. Verlangt wird von vornherein die
Erfüllung gewisser Forderungen in bezug auf maximale
Heizleistungen bei ökonomischem Brennstoffverbrauch,
auf milde und gleichmäßige Wärmeabgabe, auf zuver-
lässige und leicht zu bewerkstelligende Regulierung der
Heizung, der geruchlosen Entfernung der Abgase,
Schlacken und Aschenreste u. s. f. Alle diese Er-
fordernisse treten in gewissem Sinne der ästhetischen
Lösung hindernd in den Weg. Versuche, die Dauer-
brandöfen auch äußerlich künstlerisch zu behandeln,
sind mehrfach von namhaften Künstlern gemacht
worden. Doch ist man über eine rein dekorative

Behandlung kaum hinausgekommen. Die Verwen-
dung von Majolikafliesen oder Emaillefeldern in
verschiedenen Farben und Mustern beabsichtigte und
erreichte im wesentlichen nur eine Angleichung des
Heizkörpers an die Farbenstimmung des Zimmers, oft
unter Verwischung des Charakters als Ofen, wobei
zudem der spielerischen Behandlung ornamentaler
Motive Tür und Tor geöffnet war. n

n Neuerdings werden von der Mannheimer Ofen-
fabrik Esch & Cie. mehrere Typen von Musgraves
Original Irischen Öfen auf den Markt gebracht, die
mit besonderer Sorgfalt von Robert Waldschütz heiz-
technisch und ästhetisch durchgebildet sind. Die
Esch-Öfen erfreuen sich allenthalben großer Sympathie
und werden ihrer technischen Vorzüge wegen gern ge-
kauft. Ihre Neumontierung geht deshalb unter strenger
Beibehaltung des bewährten heiztechnischen Aufbaues
nur auf die architektonische und ästhetische Wirkung
aus. Zunächst will dieser Heizkörper nichts anderes
sein und scheinen als ein Ofen und als solcher ein
Raumkörper, der den architektonischen Gesetzen unter-
liegt. Eine scharfe Hervorhebung der einzelnen Teile
und die Erkennbarkeit ihrer Funktionen fällt in die

Otto Bauer, Theodor Fischer: Eiserne Füllöfen
Die Ausführung int Hüttenwerk Wasseralfingen
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