Kunstgewerbeblatt: Vereinsorgan der Kunstgewerbevereine Berlin, Dresden, Düsseldorf, Elberfeld, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, Karlsruhe I. B., Königsberg i. Preussen, Leipzig, Magdeburg, Pforzheim und Stuttgart — NF 20.1909

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KUNSTGEWERBLICHE RUNDSCHAU



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AUS VEREINEN

o Karlsruhe i. B. Badischer Kunstgewerbeverein. Auf
der letzten Generalversammlung' wurde der Wunsch aus-
gesprochen, den Mitgliedern Gelegenheit zu geben, in
einem besonderen Ausstellungsraum ihre Arbeiten zur Aus-
stellung brin- ____

gen zu können.
Es soll nun
durch eine ge-
gen Mitte No-
vember zu er-
öffnende Weih-
nachtsausstel-
lung, für welche
zunächst der
Lichthof des
hiesigen Kunst-
gewerbemuse-
ums in Aussicht
genommen ist,
erstmals der
Versuch ge-
macht werden,
ob und wie
sich eine solche
Ausstellung als
ständige Ein-
richtung wird

durchführen
lassen. Zuge-
lassen zur Aus-
stellung können
natürlich nur
solche Arbeiten
aus dem Ge-
biete der ange-
wandten Kunst
werden, welche

sowohl in
künstlerischer
Hinsicht, wie
vor allem durch

gediegene
zweckmäßige Ausführung den berechtigten
Anforderungen entsprechen. Eine vom
Vereine besonders gewählte Kommission
wird in dieser Hinsicht über die Zulässig-
keit der angemeldeten Ausstellungsgegen-
stände zu befinden haben. Insbesondere
sollen Schöpfungen der Raumkunst zu ein-
heitlich geschlossener Wirkung zusammen-
gestellt werden. Anmeldungen zu obiger
Ausstellung müssen bis spätestens 15. Ok-
tober d. Js. an den Vorstand des Badischen
Kunstgewerbevereins in Karlsruhe,Westend-
straße 81, eingesendet werden. h

PREISAUSSCHREIBEN

o Harburg a. E. Aus Anlaß seiner, zu
Ehren der 24. hannoverschen Provinzial-
Lehrerversammlung am 5. bis 7. Oktober 1909, zu ver-
anstaltenden Ausstellung Spiel und Arbeit unserer Kleinen
in Haus und Schule , ladet der Lehrerverein an der Elbe«
zu einem Wettbewerb für Entwürfe zu Spielzeug nieder-
sächsischer Eigenart ein. Die Bewerbungen sind bis zum
15. September1909 an das Schulmuseum des Lehrervereins
Kunitgewerbeblatt. n. f. xx. H. n

zu Harburg a. E. einzusenden. Es sind Preise von zu-
sammen 250 Mark ausgesetzt. Im Preisgericht befinden
sich unter anderen die Kunstgewerbe-Schuldirektoren von
Hamburg und Altona Prof. R.Meyer und Prof. J. Mittels-
dorf, ferner der Kunstmaler Th. Hermann und der Zeichen-
lehrer W. Lohmann-Harburg. o

n Stuttgart.
Der Wettbe-
werb der Er-
hardschen Me-
tall-Intarsien
hatte ein sehr
schönes Ergeb-
nis, das im
Landesgewer-
be-Museum
ausgestellt wur-
de. Es sind
mehr als 500
Arbeiten, zum
Teil von beson-
derer Schönheit
ausgestellt wor-
den. Gottlieb
Epple in Bot-
nang erhielt den
ersten, Char-
lotte Pieperund
Eugen Nanz je
einen zweiten
und BrunoMau-
der einendritten
Preis. Außer-
dem konnte
eine große An-
zahl lobender
Erwähnungen
ausgesprochen
werden. Im

Preisgericht
waren J.V. Cis-
sarz, P. Hau-
stein und G. E.
Pazaureck. —
Wir hoffen, unseren Lesern einige dieser
Arbeiten später im Bilde vorführen zu
können, wenn sie ausgeführt sein werden,
o Stuttgart. Das Kgl. Landesgewerbe-
Museum hat für ein Trinkgefäß aus Keramik
oder Glas einen zweiten Wettbewerb aus-
geschrieben und 3 Preise von zusammen
1000 Mark ausgesetzt. Die Arbeiten sind
am /. November einzusenden. Die näheren
Bedingungen sind vom Museum zu be-
ziehen. □

UND STREITFRAGEN

o Bürgerkunde für Fortbildungs-
schüler. In der Ortsgruppe Berlin der -Ge-
sellschaft fürsoziale Reform« wurde kürzlich
die Stellung der Bürgerkunde im Lehrplan
der Fortbildungsschule erörtert. Als Referenten sprachen
Prof. Friedrich Förster aus Zürich und der Stadtschulrat
Michaelis aus Berlin. Sie gingen in ihren Auffassungen
wesentlich auseinander. Michaelis betonte als gewiegter
Lebenspraktiker die Notwendigkeit, den Unterricht in der
Bürgerkunde nicht als selbständigen Unterrichtsgegenstand

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gewerbemuseums in Berlin.
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