Deutscher Altphilologenverband [Editor]
Mitteilungsblatt des Deutschen Altphilologenverbandes — 20.1977

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An die Mitglieder des DAV
Mit Beginn des Jahres 1977 geht der Vorsitz in unserem Verband in andere
Hände über. Kurz vor der Verbandstagung in Kiel (Ostern 1972) habe ich
den Vorsitz übernommen, als der Verband in eine schwierige personelle Lage
geraten war. Diese ist vorbei; unsere Anliegen haben in den letzten fünf Jah-
ren, 'soweit ich sehe, erfolgreich vertreten werden können. Daher hielt ich den
Zeitpunkt für gekommen, daß ein jüngerer, noch im aktiven Dienst - ich selbst
lebe seit nunmehr fast zwei Jahren im Ruhestand - stehender Kollege das Amt
des Vorsitzers übernimmt. Die Nähe zur schulischen Wirklichkeit, die mir sehr
notwendig zu sein scheint, ist damit gegeben. Selbstverständlich werde ich
nach besten Kräften zu weiterer Mitarbeit zur Verfügung stehen, wann und
wo ich gebraucht werde. Gemeinsam sollten wir weiterkämpfen für ein neun-
jähriges Gymnasium, das ob seiner Inhalte diesen Namen wirklich verdient!
Die gegenwärtige Situation läßt insofern hoffen, als das Bewußtsein, ganz be-
sonders in der Schule komme es auf Grundwerte an, nach vielen Enttäuschun-
gen und Irrwegen in unserem Volke wieder stärker geworden ist; sie läßt
insofern etwas verzagt werden, als viele Schulpolitiker sich daran gewöhnt
haben und oft wider besseres Wissen aus ideologischen Gründen nicht damit
aufhören können, unser Anliegen als überholt und wirklichkeitsfremd abzu-
tun. Bei einem unermüdlichen Einsatz aller und dem Bemühen, unseren Unter-
richt lebensnah und wirksam zu gestalten, sowie einem langen Atem werden
wir nicht nur bestehen, sonderen unseren Fächern im Gymnasium die Stelle
sichern, die ihnen für alle geschichtlich Denkenden zukommt. Dazu wünsche
ich Erfolg und verabschiede mich als Vorsitzender des DAV mit einem Wort
des Dankes an alle, die mich in dem Mühen um die gemeinsame Sache unter-
stützt haben.
Düsseldorf, im November 1976 Otto Leggewie

Gemeinsamkeit der Fachverbände

Mehr denn je bedarf es bei den Entscheidungen über das Gymnasium in Form und
Gehalt der Gemeinsamkeit der Fachverbände und der Verbindung zu unseren Be-
rufsverbänden. Wir werden mit manchem Vorurteil uns gegenüber aufräumen und
eine unpassende Selbstdarstellung ablegen müssen! Im Rahmen des Anliegens des
Gymnasiums sollten wir unseren Beitrag zu leisten und mit gutmeinenden Vertre-
tern anderer Fachrichtungen vertrauensvoll zusammenzuarbeiten uns bemühen. In
diesem Sinne sind Verbindungen zu verschiedenen Fachverbänden hergestellt. Ich
halte es für notwendig, diese auf Verbandsebene im kleinen wie im großen zu pflegen
und zu entwickeln.
Otto*Leggewie

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