Deutscher Altphilologenverband [Editor]
Mitteilungsblatt des Deutschen Altphilologenverbandes — 20.1977

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515-323, beschäftigt sich mit einem chronologischen Problem in Arist. Ath. Pol.
22,1-3. - G. Ballaira, Una figura inedita (hyperbole!) del jt. a%r\u. di Alessandro
di Numenio e le sue affinitä con Quint, i. o. VIII 6, 67-76, 324-328: Daß in dem
neuen Abschnitt von Alex. Num. wie bei Demetr. jt. epp. und bei Quintilian mit der
Behandlung dieser Figur die Warnung vor xccxi^Aia in gleicher Weise verbunden
sei, weise alle drei in die peripatetische Tradition. - S. Feraboli, Note a Coricio, or.
XVII, 329-335: „un tardo retore del VI sec. dell’era cristiana“ - „Apologia per
Milziade“. - F. Lochner von Hüttenbach, Soloi und Soloikismos, 336-345: Soloi-
kismos, nach Menge = „entschiedener Fehler gegen die Regeln der Grammatik,
namentlich der Syntax“, dürfte schon in der Antike ein Gleiches bedeutet haben,
von Barbarismos = „Verwendung ungriechischer Wörter“ meist säuberlich geschieden.
Die Herkunft von der Stadt Soloi in Kilikien ist wohl sicher, bes. nach dem Zeugnis
des Diog. Laert., der wohl aus dem kilikischen Laerte stammte. Der Begriff wird
gelegentlich auch auf außersprachliche Gewohnheiten (way of life) übertragen. Erstes
Vorkommen bei Anakreon frg. 78 Page und Hipponax frg. 43 D., ins Lateinische seit
Lucilius übernommen. - E. P. Hamp, Latin 'vastus’, 346-348, behandelt die Ver-
bindung bei Enn. Sc. 233 V. vastae virgines = verlassene Mädchen, von da aus-
gehend die Etymologie und eine mögliche keltische Wurzel. - E. A. Schmidt, Ge-
melli (Cat. c. 57,6), 349-351, kann nicht nur „sehr ähnlich“ bedeuten, sondern
darüber hinaus auch „Zwitter“ = 'pathicus’ - A. önnerfors, Traumerzählung und
Traumtheorie beim älteren Plinius, 352-365: Ausgangspunkt: Plin. min. ep. III 5,4
somnio monitus, das keine „literaturgeschichtliche Legende“ darstelle.

Buchbesprechungen
Zu Recht ist die Lektüre und Interpretation der Werke Sallusts ein zentrales Thema
in den Grund- und Leistungskursen der Sek.-St. II. Eine Reihe von Neuerscheinungen
kann bei der Vorbereitung des Lehrers gute Dienste leisten:
1. Ronald SyME, Salhist, Wissenschaftl. Buchgesellschaft Darmstadt, 1975, 368 S.,
75,- (43,-) DM.
Die amerik. Originalausgabe von 1964, die dem Forscher viele Denkanstöße ver-
mittelte und dem Kritiker ein reiches Betätigungsfeld eröffnete, liegt nun in sach-
kundiger Übersetzung mit einer - allerdings unvollständigen - Bibliographie und
einem sorgfältigen Namenregister vor. Der Historiker Syme bereichert zweifellos die
Arbeit der Philologen. Zur besseren Auseinandersetzung mit dem Werk sollten
Karl Büchners Sallustinterpretationen (Ernst Klett Verlag Stuttgart, DAU Beiheft 2
zu Reihe X, 1967) unbedingt herangezogen werden.
2. Hans Drexler, Die Catilinarische Verschwörung, Texte zur Forschung, Ein
Quellenheft, Wissenschaftl. Buchgesellschaft Darmstadt, 1976, 380 S., 77,- (44,-) DM.
„Der Entschluß, dieses Quellenheft zusammenzustellen, wurde während der Arbeit
an der Rezension des Sallust-Budbes von K. Büchner gefaßt (1961), um der literari-
schen Betrachtung an Hand der testimonia eine historische an die Seite zu stellen“
(Verf.). Die Schriften Sallusts haben Drexler seit 1928 beschäftigt und den Forscher
zu immer neuen Stellungnahmen herausgefordert. Der Untertitel „Ein Quellenheft“
ist Understatement: auf 8 Kapitel mit antiken Zeugnissen, bei denen Vollständigkeit
angestrebt ist und die deutsche Übersetzung beigefügt ist, folgen im 9. Kap. die

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