Deutscher Altphilologenverband [Editor]
Mitteilungsblatt des Deutschen Altphilologenverbandes — 20.1977

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„Hintergründe und Voraussetzungen“, im 10. Kap. das „Gesamturteil“ und im
11. Kap. der Abschnitt „La Visione d’ insieme“. Es bedarf keiner Rechtfertigung,
daß einzelne testimonia, da sie über verschiedene facta berichten, als Dubletten be-
gegnen. Ein Schriften-, Namen- und Stellenverzeichnis beschließen das Werk, an dem
es wohl - als Ergebnis einer fast lebenslangen Beschäftigung mit dem Thema -
wenig zu ergänzen geben wird.
3. Albert Klinz, Sallust, Bellum lugurthinum und Historien, In Auswahl, Lehrer-
kommentar, Aschendorff, 1976.
Auch A. Klinz hat sich nicht zuletzt durch seine Beiträge zur Sallust-Interpretation
einen Namen gemacht. Die hervorragende Kommentierung beschränkt sich auf seine
Schulausgabe (Aschendorff, 2. Aull., 1974) und bietet mehr, als normalerweise im
Unterricht zur Sprache kommt. Neben dem Literaturverzeichnis, den Ausgaben und
Übersetzungen, der Geschichtsauffassung und dem Menschenbild, dem Aufbau und
eigentlichen Kommentar (85 S.) folgen im Anhang Begleittexte, Themenvorschläge
für Facharbeiten, röm. Wertvorstellungen und das Problem der Ideologiekritik, die
Bedeutung von Charakteristiken, Exkursen und Reden, antike Berichte zum Bell. lug.
und die Lernzieldiagnose durch curriculare Erschließung kognitiver Lernziele. Dieser
Lehrerkommentar sollte ein Grund mehr sein, die Priorität des „Catilina“ in Frage
zu stellen.
4. Otto Leggewie, Sallust, Historiae-Zeitgeschichte, Lateinisch-Deutsch, Reclam
UB 9796, Stuttgart, 1975.
Das preiswerte Bändchen enthält neben dem überprüften Text eine treffende, gut
lesbare Übersetzung. Außer den Anmerkungen ist den Bruchstücken aus der Vor-
rede, aber auch den Reden und Briefen eine knappe Einführung beigefügt, die die
Zeitumstände, den Redner und den Aufbau bzw. Stil der Rede kurz charakterisiert.
Im Nachwort finden sich Angaben zum Leben und Werk, zur Bedeutung und zum
eigentümlichen Stil Sallusts. T„.. .
° Koniger
Libanius. Selected orations II. Translated by A. F. Norman. - Loeb Classical Lib-
rary. - London 1977. - XIV und 535 S. - £ 3.40.
Libanios ist eine hochwichtige Quelle für die politischen und sozialen, kulturellen
und religiösen Zustände des 4. Jhdts. Er berichtet über die Schlamperei und Brutalität
der römischen Verwaltung, über das Elend der kleinen Leute, die miese und korrupte
Rechtspflege, die unmenschliche Behandlung von Inhaftierten, die Unverschämtheit
der nun etablierten Christen, die Emotionalität des Pöbels von Antiochia u.a.m. Der
Rhetor ersetzt z.T. den „Spiegel“ der damaligen Zeit, walzt Skandale breit aus, tritt
als machtvoller Vermittler gegenüber der römischen Verwaltung auf und vergißt
auf keinen Fall, die eigene Person hervorzuheben. Eine spannende Lektüre, die
freilich auf die Dauer durch die Geschwätzigkeit des Sophisten ermüdet. Gute Aus-
gabe, sehr gute lebendige Übersetzung, knappe, klare Einleitungen.
Kallimachos. Fragmente. Text, engl. Übertragung und Erläuterungen von C. A.
Trypanis. - Musaios. Hero und Leander. Einführung, Text und Erläuterung von
Th. Geizer; engl. Übersetzung von C. Whitman. - London. 1975. Loeb Classical
Library.- 422 S. - 2,95 £.
Sammlung der dichterischen Fragmente des Kallimachos, ausreichend erläutert und
brauchbar eingeführt. Leider sind die Hymnen und Epigramme nicht mitaufgenom-
men, so daß man doch nichts Vollständiges hat. - Musaios ist neu ediert und übersetzt.

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