Deutscher Altphilologenverband [Editor]
Mitteilungsblatt des Deutschen Altphilologenverbandes — 20.1977

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Venezuela, neben USA und Großbritannien wies die Teilnehmerliste auch
Namen auf aus Burundi, Benin, Senegal und Zaire. Mehr noch: über den
Kreis der Fachreferenten hinaus ernteten wohl den herzlichsten Beifall einige
dunkelhäutige Schüler des Gastlandes, die zur Dokumentation der Erfolge der
Latinisierung kleine Sketche auf Lateinisch vorführten - ein Verdienst des
Kollegen aus Dakar F. R. Chaumartin.
Es ist nicht möglich, die vielen Vorträge hier nach Gebühr zu würdigen. Be-
schränken wir uns darum auf die Nennung der Beiträge der deutschen Dele-
gation und verweisen vorab auf die Veröffentlichung des gesamten Kongreß-
materials durch die Akademie und das Institutum Romanis Studiis provehen-
dis mit der in Kürze zu rechnen ist. Daß die deutsche Gruppe - wie übrigens die
gesamte Teilnehmerschar - einen guten Anteil von Besuchern aus dem Wir-
kungsfeld der Höheren Schule aufwies, war ebenso erfreulich wie die An-
wesenheit des Präsidenten der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Prof. Viktor Pöschl, der auch den Vorsitz eines Vortragsvormittags über-
nommen hatte, an dem er den Ablauf der Referate und der Diskussion in
improvisierter lateinischer Rede sicher lenkte. Prof. Klaus Sallmann (Mainz)
referierte „De Pomponio Mela et Plinio Maiore in Africa Occidentali descri-
benda discrepantibus“; Dr. P. Caelestis Eichenseer stellte dar „Quid quidam
christiani scriptores antiqui referant de Africa“; der Schreiber dieser Zeilen
schließlich sprach „De Romae Aeternae apud scriptores Africanos laudibus“.
Der Leser möge die kurze trockene Titelangabe tolerieren, die aus der hier
unvermeidlichen räumlichen Beschränkung herrührt; wer mehr über den
Verlauf der Veranstaltung zu erfahren wünscht, deren Empfänge, Ausflüge
und Besichtigungen ebenfalls genauer erwähnt werden müßten und deren
humanistisch heitere Atmosphäre, durch die großartige Gastfreundschaft Sene-
gals generös gefördert, eingehender zu beschreiben wäre, der erlabe sich an
dem so lesenswerten wie liebenswerten, an dem langen launigen lateinischen (!)
Bericht De Conventu Dacariensi, den das letzte Heft der Vox Latina (Tomus
13, 1977, Fase. 48, p. 111 sqq.) mit Bildern und anderem Beiwerk bietet:
Videte et gustate!
Berlin Bernhard Kytzler

COLLOQUIUM DIDACTICUM CLASSICUM SEPTIMUM

Rund 400 Altphilogen aus 12 europäischen Ländern kamen vom 29. 8.-
3. 9. 77 in Perugia, dem Hauptort Umbriens, zusammen.
Erstmals tagte der Kongreß, der alle zwei Jahre Lehrer und Hochschul-
lehrer zusammenführt, auf dem historischen Boden Italiens, wo, wie man
lesen konnte, die Rolle des Schullateins kürzlich erst drastisch beschnitten
wurde. Aber desungeachtet - Perugia, die alte Etruskerstadt, Augusta Perusia,
sollte eine Reise wert sein .. . Einleitend stellte Prof. F. della Corte, Genua, in
einer zeitkritischen Bestandsaufnahme mit einem Überblick über 2000 Jahre

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