Deutscher Altphilologenverband [Editor]
Mitteilungsblatt des Deutschen Altphilologenverbandes — 20.1977

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Literaturverzeichnis soll am Ende von Bd. 2 erscheinen. In Bd. 1 findet man nur ein
ganz knappes geograph. Register, das man eigentlich nur als Ortsnamenverzeichnis
bezeichnen kann und für einzelne Objekte bzw. Künstler oder Eigennamen nicht wei-
terhilft. Auf bestehende Museen wird im Text hingewiesen, wünschenswert jedoch
wäre eine gesonderte Zusammenstellung (evtl, auf einer Beilage) mit Hinweis auf
die Bestände und Öffnungszeiten. Der flexible Einband ist geschmackvoll und ge-
wichtsparend, - ob er auch der Beanspruchung bei mehreren Reisen gewachsen ist,
muß sich noch erweisen. ' Wolfgang Königer

Nachwuchs Probleme
Die Zahl der Studierenden des Griechischen und Lateinischen hatte am Beginn der
siebziger Jahre in beängstigender Weise abgenommen. Nur an den vier bayerischen
Universitäten hatte sich eine einigermaßen kontinuierliche Entwicklung gehalten. An
den anderen Universitäten gab es noch eine größere Zahl höherer Semester, während
die Erstimmatrikulationen rapide zurückgingen. Dies war Anlaß dazu geworden,
unter den Abiturienten, soweit sie die Neigung und Befähigung hatten, eine oder
beide alten Sprachen zu studieren, für ein solches Studium zu werben. Ist eine solche
Empfehlung heute noch angebracht?
Eine jetzt an den 24 Universitäten von mir durchgeführte Erhebung1) ergab eine
Reihe bemerkenswerter Aufschlüsse, von denen die wichtigsten hier mitgeteilt werden
sollen. Zunächst ist festzustellen, daß seit 1974 ein ruckartiger Zustrom von Studie-
renden im Lateinischen eingesetzt hat, der an einigen Orten die drei- und vierfache
Zahl von Anfängern gegenüber den vorangehenden Jahren ausmacht. Auch im Grie-
chischen hat die Zahl der Anfänger zugenommen, jedoch in erheblich geringerem
Umfange. Dabei fällt auf, daß Griechisch nicht nur mit Latein kombiniert wird, son-
dern nicht selten auch mit anderen Fächern verbunden wird. An den bayerischen Uni-
versitäten ist die Zahl der Erstimmatrikulierten ebenfalls gewachsen, wenn auch nicht
so stark wie im übrigen Bundesgebiet. Im Sommer-Semester 1974 studierten dort
insgesamt 137 Studenten Griechisch und 722 Latein, im gegenwärtigen Winter-Se-
mester 200 Griechisch und 1173 Latein. Im restlichen Bundesgebiet waren es im Som-
mer-Semester 1974 knapp 300 Studierende des Griechischen und etwa 1300 Lateiner,
im Winter-Semester 1976/77 etwa 500 Studenten des Griechischen und 2250-2300 des
Lateinischen. An der Spitze liegen die Universitäten München (72 Gr., 364 L.), Würz-
burg (52 Gr., 230 L.) und Münster (51 Gr., 334 L.)2). Die Frage, wieviel „Parkstu-
denten“ sich unter den Anfängern befinden und wieviel Studierende infolge der von
ihnen unterschätzten Schwierigkeiten des Studiums dieses im Laufe der ersten Seme-
ster aufgegeben haben, konnte naturgemäß nur schätzungsweise beantwortet werden.
Während im Griechischen solche Ausfälle sehr gering sind, wird man im Lateinischen
mit etwa 10-15 Prozent zu rechnen haben. Außerdem ist es für die Beurteilung der
Lage nicht unwichtig, darauf hinzuweisen, daß die Zahl der Studentinnen im Latei-
nischen recht hoch ist und mancherorts das Doppelte oder Dreifache der Zahl der
Studenten beträgt.

1 Drei Universitäten haben nicht geantwortet.
2 Die vollständige Übersicht auf Grund der Erhebung, die freilich nicht immer ganz
exakt beantwortet werden konnte, kann von mir angefordert werden.

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