Deutscher Altphilologenverband [Editor]
Mitteilungsblatt des Deutschen Altphilologenverbandes — 25.1982

Page: 14
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2. Maria R. A 1 f ö 1 d i, Antike Numismatik Bd. I (Theorie und Praxis), 218 S. mit über
400 Abb., 7 Karten, DM 66,-
Im Unterschied zu den üblichen Bildbänden oder Museumskatalogen, in denen das Münz-
bild und sein Inhalt im Mittelpunkt stehen, macht die Verfasserin deutlich, daß die Numis-
matik gleichberechtigt neben anderen Zweigen der Altertumswissenschaft als eine echte
historische Hilfswissenschaft steht, und das nicht im Sinne des Behelfsmäßigen (S. 2); es
geht ihr um den Stand der Forschung, die Methoden und Aufgaben und um eine Zusammen-
fassung der Münzgeschichte. Von den ersten Münzen in Lydien und Kleinasien (um 640/630
v. Chr.) bis zur Völkerwanderungszeit reicht der Überblick über die Münzen im gesamten
Mittelmeerraum, über Medaillons und verschiedene Jetons (etwa Eintritts- oder sonstige
Berechtigungsmarken). Die zahlreichen Abbildungen sind für das Verständnis sehr wichtig.
Man erfährt nicht nur über das Münzbild, seine Legende und eventuell vorkommende Ab-
kürzungen Genaueres, sondern vor allem auch über die Zusammensetzung des Metalls, die
Herstellungstechnik (geschlagen/gegossen), den ursprünglichen Wert (Gewicht), über Her-
stellungszeit und -ort, antike und moderne Fälschungen, über Eigenarten griech. Stempel-
schneider (röm. Münzen sind nie signiert!), inhaltliche Zusammenhänge und politische
Programme in Münzbild und -aufschrift. Münzen müssen zu den wichtigsten historischen
Quellen gezählt werden, da sie ein Abbild der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse
sind.
Bd. II erscheint im Dez. 1981 und wird Einleitung, Bibliographie, Register und Ab-
kürzungsverzeichnis enthalten.

3. John Boardman, Schwarzfigurige Vasen aus Athen. Ein Handbuch. 278 S., 383
Abb., DM 30',-
John Boardman, Rotfigurige Vasen aus Athen (Die archaische Zeit). Ein Handbuch.
283 S., 528 Abb., DM 45,-
Alle Bände der „Kulturgeschichte der antiken Welt“ haben das handliche Format 16 x 23
cm und einen festen Einband. Die beiden Bände zur Vasenmalerei wurden sachkundig von
Florens Felten übersetzt; sie verfügen über Abkürzungs- und Abbildungsverzeichnis, An-
merkungen und Bibliographie, verschiedene Indices, ungewöhnlich viele (meist kleinforma-
tige) Abbildungen, deren Güte und Aussagekraft hervorragend sind. Mit Recht tragen sie
den Titel Handbuch: in ihnen wird die Entwicklung des Malstiles umfassend dargelegt und
die ganze Vielfalt der Formen, Dekorationen und Figurenszenen an Hand der Abbildungen
dokumentiert.
Die schwarzfigurige Technik, um 700 v. Chr. in Korinth erfunden, ab 630 v. Chr. auch
in Athen angewandt, eroberte in den nächsten 150 Jahren von dort aus die Märkte der
griechischen Welt. Die Entwicklung wird dargelegt, die einzelnen Maler werden dem gegen-
wärtigen Forschungsstand entsprechend charakterisiert, wobei B. sich nicht scheut, un-
sichere Zuweisungen zurückzuweisen. Behandelt sind auch Fragen wie die Sixsche
Technik, polychrome Malerei, Miniaturgefäße, „Sch warzfirnis“-Keramik, Athen oder Attika?,
Auswanderer und Nachahmer, die relative und absolute Chronologie. Besonders begrüßt
der Rez. die Bemerkungen zur Beschriftung (auch Scheininschriften), deren Orthographie
manchmal recht unsicher ist und auch dem Fachlehrer Schwierigkeiten bereiten kann: auf
S. 220 werden die verschiedenen Buchstabenformen und sonstige Eigentümlichkeiten dar-
gestellt.
Exekias, tätig zwischen 545 und 530, hatte das Handwerk der Vasenmalerei auf die
Stufe der höheren Künste erhoben, und diesen Rang bewahrte es in den Händen einiger
Maler der archaischen Zeit, bis ihm die Maler von Tafelbildern oder Wandgemälden den
Rang abliefen. Nach 500 ging es mit der Qualität rasch bergab, von den Panathenäenvasen
einmal abgesehen.

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