Deutscher Altphilologenverband [Editor]
Mitteilungsblatt des Deutschen Altphilologenverbandes — 25.1982

Page: 15
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Die Technik der rotfigurigen Vasenmalerei wurde gegen 530 in Athen erfunden. Ihre
Darstellung umfaßt die archaische Zeit bis zu den 7 Oer Jahren des 5. Jahrhunderts. Auch sie
erfüllt die Ansprüche eines Handbuches und stellt an den Leser einige Anforderungen,
denn schon Sir John Beazley, der namhafteste englische Forscher (gest. 1970), pflegte zu
sagen, daß er „einen Unterschied zwischen einer Vase von einem Maler und einer Vase in
seiner Art“ mache; „und daß Art, Imitation, Nachfolge, Schule, Kreis, Gruppe, Einfluß,
Verwandtschaft in meinem Wortschatz nicht Synonyme sind“ (S. 9).
Dem Verlag ist für die gediegene Ausstattung und den trotzdem akzeptablen Preis zu
danken.
4. Sybille H a y n e s,Die Tochter des Augurs (Aus dem Leben der Etrusker), 1981, 308 S.
mit 13 Färb- und 42 Schwarzweiß-Abb., DM 39,80
Wenn Massimo Pallotino, der Nestor der Etruskologie, in seinem Vorwort das Buch, das ja
ein Roman und kein Geschichtswerk ist, „einen nicht unbedeutenden Beitrag zum Ver-
ständnis der etruskischen Welt“ nennt, so kann man ihm nur zustimmen. Die Verf., die
sich mit anerkannten wissenschaftlichen Arbeiten und der Neuordnung der etruskischen
Abteilung des Britischen Museums einen Namen gemacht hat (sie ist Mitglied des Istituto
di Studi Etruschi ed Italici in Florenz), entführt uns mit großer Sachkenntnis und er-
staunlicher Sympatheia nach Ceizra/Caere, wo wir am Lebenslauf der „Tochter des Augurs“
alle Bereiche des täglichen Lebens kennenlernen. Die Handlung setzt 510 mit der Ver-
treibung der Tarquinier aus Rom und der Schaffung der Republik ein, gibt die historische
Wirklichkeit der folgenden Jahrzehnte genau wieder (die Feindschaft zwischen Griechen
und Karthagern, daraus entstehende wirtschaftliche und politische Krisen für Etrurien)
und läßt an Hand archäologischer Befunde historische Persönlichkeiten lebendig werden.
Daß an einigen Stellen stilistisch das Englische zu stark bei der Übersetzung durchschlägt
und nicht überall, wo es möglich gewesen wäre, zu den etruskischen Namen die lateinischen
Entsprechungen hinzugefügt sind, mindert den Wert des Werkes nur wenig.
Wolfgang Königer

Aufstieg und Niedergang der römischen Welt, Teil II, Principat Band 31,4. Teilband. Hrsg.
W. Haase. VIII/Seiten 2159-2783. Walter de Gruyter, Berlin - New York 1981. Ganz-
leinen 270,-
Der vierte Teilband von ANRW II 31 ist Ovid gewidmet und beginnt mit einer sorgfältig
zusammengestellten BibliographieH.Hoffmanns zuden Metamorphosen Ovids(2262—2273),
der bewußt auf Nennung von Schulausgaben und Behandlung der Metamorphosen im
Unterricht verzichtet. L. Braun gibt im Schlußteil (2376-2383) seines Beitrages über die
Kompositionskunst in Ovids Fasti (2344ff.) eine Fastenbibliographie, während die Litera-
turkritik zu der Liebesdichtung Ovids von M. L. Coletti stammt (2385-2435). A. Crabbe
untersucht „Struetur und Content“ in Ovids Metamorphosen (2274-2327), M.vonAlbrecht
Mythos und Realität in der gleichen Dichtung (2328-2342). Die Beiträge von J. R, C.
Martyn (2436-2459), J. T. Davis (2460—2506), E. Küppers (2507-2551), A. F. Sabot
(2552-2636) gelten der Liebesdichtung. W. Stroh untersucht die literarhistorische Be-
deutung von Ovids Exilgedichten (2638-2684). Forschungen über die Sprache (J. Booth
2686-2700) und das Verhältnis Ovids zur Bühnendichtung (H. M. Currie 2701—2742)
sowie zu „Doubtful Works Ascribed to Ovid“ (J. Richmond 2744-2783) schließen die
Sammlung.

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