Deutscher Altphilologenverband [Editor]
Mitteilungsblatt des Deutschen Altphilologenverbandes — 25.1982

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Buchbesprechungen

Klaus Bartels: Streiflichter aus der Antike. Zürich (Verlag Neue Zürcher Zeitung)
1981. 215 S., SFR 29,50
Dr. Klaus Bartels hat in diesem neuen Buch rund 110 der Beiträge gesammelt, die er seit
1973 in der Sonntags-Beilage der .Neuen Zürcher Zeitung1 unter dem Kolumnentitel
.Streiflichter1 erscheinen läßt.
Nach den hübschen, z. T. reißerischen Überschriften (“Cash and marry”, „Olympische
Automaten“, „Zugvögel aus der Antike“) bietet der Autor dem Leser solide - soll man
sagen Information oder Unterhaltung? Jedes für sich und selbst beide zusammen wären
nicht imstande, dieses „vermischte Antike“ aus „Griechischem und Römischem, Heraus-
ragendem und Alltäglichem, Geläufigem und Entlegenem“ (Vorwort) zu charakterisieren.
Denn auch die Reflexion meldet sich zu Wort, aber in einer unaufdringlichen, unange-
strengten Weise, der man die Aktualisierungen (die es natürlich gibt, weil es sie geben
muß) gern abnimmt. Ein breites Spektrum von Gegenständen wird vorgeführt: Literarisches,
Historisches, Medizinisches, Technisches, Mathematisches, Kulturgeschichtliches usw.
Entsprechend vielfältig ist auch die Art der Darstellung: neben der Inhaltsskizze steht der
reine übersetzte Text, neben der engeren Betrachtung eines Zitates oder Textzusammen-
hangs der weit ausholende Spaziergang durch die Zeiten (die Stellenbelege sind in einem
Index sorgfältig zusammengefaßt). Bartels erweist sich dabei als geschickter Übersetzer;
hervorragend gelungen sind die Martialgedichte.
Dankbar muß man ihm dafür sein, daß er neben dem „Leichtgewichtigen“ auch dem
„Schwergewichtigen“ seinen Platz läßt. Natürlich wird niemand erwarten, daß sich diese
mehr oder minder zufällig ausgewählten loculi der Streiflichter zu einem geschlossenen,
allseitig ausgeleuchteten Raum runden. Doch ist selbst in den allermeisten kurzweiligen
Plaudereien noch etwas von dem zu spüren, was man die abendländische Komponente
nennen könnte. Aus dem, was Bartels da mit stupendem Kenntnisreichtum zusammen-
trägt, leuchten immer wieder Reflexe von Worten und Gedanken, Bildern und Modellen
auf, die zum abendländischen Grundpotential gehören. Gegensätzliche Entwicklungen in
der Neuzeit oder auch innerhalb der Antike selbst werden nicht verschwiegen oder zuge-
kleistert.
Bartels .Streiflichter1 gehören zu jener seltenen Species guter populärer Veröffent-
lichungen zum Thema Antike, die wir heute dringender brauchen als je. Sie haben noch
den Vorzug, „plurivalent1 zu sein. Lehrer der alten Sprachen wie Schüler und interessierte
Laien werden aus ihnen Gewinn ziehen (denn wer weiß schon z. B., daß „der springende
Punkt“ letztlich auf den Keim des befruchteten Hühnereis zurückgeht, den Aristoteles in,
seinen zoologischen Experimenten hat auf- und ab-hüpfen sehen „wie etwas, das Leben
hat“, daß also die Natur in diesem Fall doch ,Sprünge macht1?). Und alle werden an ihnen
Vergnügen haben. Denn hier wird gediegene Kost, von einem Kenner schmackhaft zube-
reitet, abwechslungsreich und attraktiv serviert.
Dr. Walter Bumikel, Dudweiler

Gerhard Röttger: ΕΛΛΑΣ - HELLAS. Eine Einführung in die griechische Sprache. Dublin/
Zürich (Weidmann) 1978. 129 S.
Das Unterrichtswerk enthält nach einer Einführung in die griechische Schrift (S. 8-12) in
44 Einheiten Texte mit Vokabelangaben (16-71) und begleitende grammatische Erläute-
rungen zu den Texten (72-121), außerdem ein „Verzeichnis grammatischer Begriffe“ mit
Verweisen auf die Erläuterungen (122f.) und ein „Alphabetisches Wörterverzeichnis“, das
ca. 550 Wörter enthält und auf die Fundstellen im Vokabular des Textteils verweist.

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