Deutscher Altphilologenverband [Editor]
Mitteilungsblatt des Deutschen Altphilologenverbandes — 25.1982

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ad führt dann einzelne Aussprache-Notwendigkeiten und -elemente näher aus.
Aber wichtig und unbedingt bemerkenswert scheint doch der Satz: „Es ist
genau so leicht, richtig zu sprechen wie falsch.“ (S. 48: But to me the most
fundamental argument is that it is as easy to be right as to be wrong and ac-
curacy deserves to be cultivated for its own sake in all things.)
Genau das ist es auch, was Prof. Wilfried Stroh, München, mittels seiner
möglichst originalgetreuen quantitierenden Versproben in unerhörter und un-
glaublicher Frische vorfiihrt (vgl. DAV-Mitteilungsblatt, Jahrg. 24, Heft 4, Dez.
1981, S. 15; Kassette mit Begleitheft). Er scheut auch nicht davor zurück,
Ambrosius-Verse (aus dem 4. Jahrhundert) in klassischer Manier zu sprechen,
also mithin klassischer als in der Antike jener Zeit selber. (Einige Kleinigkeiten
hinsichtlich der Aspiration v/ären hier noch anzumerken: vgl. VOX LAT., Heft
65, S. 343/344.)
Abschließend muß man hinsichtlich der Aussprache wohl grundsätzlich
unterscheiden zwischen Unterricht und Konversation. Bei letzterer ist es zu-
nächst wichtig, daß man überhaupt einmal zum Sprechen kommt. Vervoll-
kommnung ist anzustreben und läßt sich mehr und mehr erreichen. Wo es aber
um ein Vorsprechen oder Rezitieren (des Lehrers) geht, sollte dieses möglichst
exakt sein. Die Mühe lohnt sich, sogar auf Generationen hinaus. Selbst ein
Augustinus (f 430) — seine Schriften sind rund sechsmal so umfangreich wie
die Ciceros — hielt es nicht unter seiner Würde, mühsam umzulernen, als er
aus Africa nach Italien und Rom/Mailand kam (vgl. AVG. ord. 2, 17, 45).
C. Eichenseer, Saarbrücken

Am 19. Januar 1982 verstarb infolge eines Herzversagens im Alter von
40 Jahren
Oberstudienrätin
CHRISTA VON ZIEGESAR
Mit ihrem Engagement hat sie als Mitglied des Vorstands und Redakteu-
rin der .MITTEILUNGEN1 die Arbeit unseres Verbandes nachhaltig ge-
fördert. Wir sind ihr zu besonderem Dank verpflichtet.
Ihr Tod schmerzt uns und hinterläßt Leere.
Für den Vorstand des NAV
Kurt Seile, OStD

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